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Sprachförderung im Alltag: 4 kleine Tipps mit großer Wirkung
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Sprachförderung im Alltag: 4 kleine Tipps mit großer Wirkung

Kinder lernen Sprache ganz automatisch?
Nicht ganz. Um eine Sprache korrekt zu erwerben, brauchen auch Kinder viel sprachliche Zuwendung. Und hier spielen Eltern eine wichtige Rolle! Wie ihr Sprachförderung ganz leicht in euren Alltag integrieren könnt, zeigen wir euch in den nachfolgenden 4 Tipps.

Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Kinder lernen die Sprache und das Sprechen wie von selbst und ohne große Anstrengungen. So scheint es zumindest für uns Erwachsene, die im Gegensatz zu Kleinkindern mehr Mühe und Zeit investieren müssen, um Grammatikregeln und Vokabeln einer Sprache zu lernen.  So ist es auch, denn Kinder erwerben Sprache bis zu einem gewissen Alter implizit, also unbewusst und ungesteuert.

Doch ganz ohne Hilfe und Input von außen gelingt der Spracherwerb bei den Kindern dann nun wieder auch nicht. Um Wörter, sprachliche Strukturen, Gesprächsregeln & Co zu erwerben, brauchen Kinder viel sprachlichen Input und Zuwendung. Und da kommt ihr ins Spiel: den wichtigsten Beitrag zum gelingenden Spracherwerb und zur Stärkung der sprachlichen Fähigkeiten der Kinder leisten nämlich die Eltern oder nahestehende Personen der Kinder.

So könnt ihr eure Kinder beim Spracherwerb im Alltag unterstützen:


Sprachförderung im Alltag: 4 kleine Tipps mit großer Wirkung

4 Tipps, Sprachförderung leicht in den Alltag integriert werden kann

Spracherwerb im Alltag
#1 Die richtigen Fragen stellen

Kinder sollen nicht nur viel und guten Sprachinput bekommen, sondern auch viel sprechen. Denn Sprache lernt man durch die Interaktion und den Dialog. Um Kinder im Alltag zum Sprechen und Erzählen zu animieren, gibt es einen einfachen Tipp: Mehr offene Fragen stellen, weniger Ja-/Nein-Fragen!

Offene Fragen beginnen mit W-Fragewörtern, wie „wieso, was, wie, womit“ und laden die Kinder ein, mehr zu antworten. Ja-/Nein-Fragen hingegen geben den Kindern die Antwort sozusagen schon vor und führen dazu, dass die Kinder nicht mehr als „ja“ oder „nein“ antworten oder sogar nur mit dem Kopf nicken oder ihn schütteln.
Anstelle der Frage: „Möchtest du einen warmen Kakao?“, führt die Frage „Wie möchtest du deinen Kakao heute?“ häufiger zu Mehrwort-Antworten und eröffnet einen größeren Pool an Antwortmöglichkeiten.

W-Fragen animieren zum Sprechen, führen aber nicht immer dazu, dass Kinder in ganzen Sätzen antworten. Wenn man den Sprachgebrauch von Erwachsenen betrachtet, sieht man ziemlich schnell, dass wir auch nicht immer und auf jede Frage in ganzen Sätzen antworten. Oder antworten Sie auf die Frage „Wer hat den Kuchen gebacken?“ immer mit „Der Vater hat den Kuchen gebacken.“ Nein? Also dürfen wir dies auch nicht immer von den Kindern erwarten. Dennoch können wir sie dazu ermutigen viel zu antworten.  Besonders gut sind die Fragewörter „Wieso, weshalb, warum“. Die kitzeln besonders lange und tolle Antworten aus den Kindern.


Dieses Video zeigt, wie man mit dem Stellen von W-Fragen (z.B. Warum? Was? Wozu?) die Sprache der Kinder fördern kann und warum W-Fragen beim Sprachfördern unterstützen:

Fragen richtig stellen (ohne Untertitel)

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Spracherwerb im Alltag
#2 Sprachliches Begleiten von Handlungen

Das A und O bei der Sprachförderung ist, selbst viel zu sprechen und die Kinder viel sprechen zu lassen. Eine gute Möglichkeit dies in den Alltag einzubauen, bietet das sprachliche Begleiten von Handlungen. Was heißt das jetzt? Es ist ganz einfach:

ALLES was getan wird, wird sprachlich begleitet. Ihr legt gerade die Wäsche zusammen? Sprecht dazu und erklärt, was ihr macht. Ihr sucht eure Autoschlüssel? Sprecht dazu und teilt eure Gedanken mit.

Sprecht aber nicht nur begleitend zu den eigenen Handlungen, sondern auch bei jenen eurer Kinder. Vor allem dann, wenn sie es selbst nicht tun. Eröffnet den Kindern somit sprachlich die Welt.


In dem Video wird gezeigt, wie Handlungen im Alltag sprachlich begleitet werden können. Das sprachliche Begleiten des Alltags ist für die Kinder wichtig, da sie so viele Wörter, die Satzstrukturen und Vieles mehr hören und dann auch lernen können:

Alltag sprachlich begleiten (ohne Untertitel)

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Spracherwerb im Alltag
#3 Korrektives Feedback

Kinder machen beim Sprechen Fehler und das ist in einem gewissen Rahmen und bis zu einem gewissen Alter auch ganz normal. Wichtig ist dabei nur, WIE mit den Fehlern umgegangen wird. Oft ist man dazu verleitet, Kinder direkt auszubessern und zu sagen: „Nein, es heißt ‚gegangen‘ und nicht ‚gegeht‘!“. Das passiert vor allem dann, wenn diese Fehler öfter gemacht werden. Dieses direkte Ausbessern bringt aber nicht viel, kann im schlimmsten Fall sogar sprachhemmend wirken. Kinder werden dadurch beim nächsten Mal nicht die richtige Form verwenden.

Die Kinder sollen natürlich die korrekte Form, das richtige Wort oder die korrekte Satzstellung hören, damit sie die Regeln der Sprache erschließen können und in weiterer Folge auch anwenden können. Jedoch gibt es eine Methode, die sich besser dazu eignet als das direkte Ausbessern, und zwar das sogenannte „korrektive Feedback“. Dabei wird der Fehler der Kinder in der Antwort richtiggestellt, ohne die Kinder direkt auf diesen hinzuweisen. Die Betonung des richtig gestellten Fehlers wirkt unterstützend. Auf den Fehler „gegeht“ reagiert man also am besten wie folgt: „Ja, das Mädchen ist auf den Spielplatz GEGANGEN“. Das Kind hört die richtige Form, hat dennoch einen positiven Bezug zur Sprache.


In dem Video wird gezeigt, wie Handlungen im Alltag sprachlich begleitet werden können. Das sprachliche Begleiten des Alltags ist für die Kinder wichtig, da sie so viele Wörter, die Satzstrukturen und Vieles mehr hören und dann auch lernen können:

Richtiges Verbessern (ohne Untertitel)

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Spracherwerb im Alltag
#4 Umformulierungen

Um Wörter im Wortschatz zu verankern und abzuspeichern, müssen Kinder zuerst alle Informationen, die zu diesem Wort gehören, sammeln. D.h. sie müssen eruieren, an welchen Positionen im Satz dieses Wort stehen kann, welche Bedeutungen es haben kann, wie es sich verändert und in welcher Situation es verwendet werden kann. Um den Kindern beim Sammeln dieser Informationen zu helfen, können wir darauf achten neue Wörter in verschiedenen Satzstrukturen (Fragesatz, Nebensatz, usw.) und in verschiedenen Situationen zu verwenden und einzusetzen.


Es braucht wirklich nicht viel Zeit und zusätzlichen Aufwand, um die Sprachentwicklung von Kindern zu fördern. Verinnerlicht man diese vier einfachen Tipps und wendet sie in der alltäglichen Kommunikation mit den Kindern an, ist man schon ein kleiner Sprachförderprofi.


Mehr Fördermöglichkeiten


Carmen Kovacs

Über die Expertin: Carmen Kovacs

Carmen Kovacs, MA, ist Linguistin und seit 2018 stv. Obfrau von STARTKLAR. Im Studium an der Universität Wien hat sie sich auf die Sprachlehr- und Sprachlernforschung spezialisiert. Sie ist für das Qualitätsmanagement im Verein zuständig und leitet leidenschaftlich gerne auch selbst Spielgruppen zur Sprachförderung.

Mehr Informationen zur Sprachförderung findet ihr am Sprachförder-Blog www.sprichundspiel.org und auf der Homepage von STARTKLAR www.verein-startklar.at


Sprachförderung im Alltag: 4 kleine Tipps mit großer Wirkung

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Birgit

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die tollen Tipps in Ihrem Artikel.

    1. Gerne! Vielen Dank für das Feedback!
      lg Birgit

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