Muttis Nähkästchen | Familienblog seit 2009 | Impressum | Datenschutz
Kindesmissbrauch und Kindesentführung vorbeugen: 5 Verhaltensregeln

Kindesmissbrauch und Kindesentführung vorbeugen: 5 Verhaltensregeln

Das ist wohl DER Elternhorror schlechthin: (versuchte) Kindesentführung oder Kindesmissbrauch.
Wie schütze ich mein Kind? Wie kann ich vorbeugen?

Präventive Gespräche mit dem Kind können helfen: Wie bereite ich mein Kind bestmöglich darauf vor, falls eine fremde Person – mit womöglich böser Absicht – mein Kind anspricht?

Diese fünf Verhaltensregeln, empfohlen von der Kriminalprävention der Polizei, sollten Eltern unbedingt mit ihren Kindern besprechen:

Kindesmissbrauch vorbeugen, Kindesentführung vorbeugen durch 5 Verhaltensregeln - Empfehlung der Polizei

Das Thema Kindesentführung ist gegenwärtig wieder in aller Munde. Kein Wunder: 10 Jahre ist es her, seit Natascha Kampusch erfolgreich ihrem Peiniger entkommen ist. Sie war 10 Jahre alt, als sie entführt wurde. Nach achtjähriger Gefangenschaft konnte sie fliehen. Jeder Mutter eines Kindes in diesem Alter stellt es wohl bei der bloßen Vorstellung die Haare auf …

Prävention: Diese fünf Verhaltensregeln, empfohlen von der Kriminalprävention der Polizei, senken die Wahrscheinlichkeit einer Kindesentführung oder von Kindesmissbrauch. Damit sind Kinder bestmöglich gewappnet, wenn sie von einem Fremden angesprochen werden:



Missbrauch & Kindesentführung vorbeugen

  1. Thema ansprechen:

    Wir sollten das Kind altersgerecht an das Thema heranführen – aber bitte Horrorszenarien vermeiden!
    Und nicht vergessen: Die fremde Person kann auch eine Frau sein!
    Auch können Mädchen wie Jungs gleichermaßen betroffen sein.

  2. Richtige Reaktion auf fremde Ansprache:

    Besonders effektiv ist, wenn Kinder laut und klar sprechen. Mögliche Sätze sind:
    “Lassen Sie mich in Ruhe!”
    “Gehen Sie weg!”
    “Fassen Sie mich nicht an!”
    Das schreckt potenzielle Täter(-innen) ab, weil durch diese Reaktion Passantinnen und Passanten aufmerksam werden.

  3. Wer ist ein Fremder für mich?

    Wir sollten unsere Kinder darüber aufklären, was wir unter einer fremden Person verstehen. Ein Täter versucht mit allen möglichen Tricks, das zu bekommen was er will. Beispiele sind: Süßigkeiten, Tierbabys, Zirkuskarten oder eben auch ein Unfall der Eltern. Für Kinder ist es schwer, solchen Behauptungen zu widerstehen. Wir sollten klarstellen, dass wir niemals einen Fremden schicken würden, um sie abzuholen.

  4. Gutes Geheimnis – schlechtes Geheimnis:

    Wir sollten unseren Kindern den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen erklären. Täter bedrohen Kinder meist, dass etwas Schlimmes geschieht, wenn sie das “Geheimnis” ausplaudern.
    Wie erkläre ich meinem Kind, was ein schlechtes Geheimnis ist? Vielleicht so: “Ein schlechtes Geheimnis ist etwas, das sich im Bauch schwer und unangenehm anfühlt. Ein solches Geheimnis sollte man unbedingt seinen Eltern, Lehrern oder der Polizei sagen.”

  5. Die Gruppe schützt!

    Kinder, die mit anderen Kindern unterwegs sind, werden wahrscheinlich eher nicht angesprochen. Darum: Wenn möglich gemeinsam und nicht alleine gehen.

Quelle: Österreichische Bundespolizei, Kriminalprävention

Fazit:

Als Eltern können wir einiges beitragen, um einer Kindesentführung oder Kindesmissbrauch vorzubeugen.
Das Kind sollte richtiges Verhalten einüben.

Aber bitte Horrorszenarien und Panik vermeiden – das könnte das Selbstbewusstsein und die Unbeschwertheit von Kindern enorm schwächen.
Gleichzeitig müssen wir einsehen: hundertprozentig verhindern werden wir so etwas wohl nie können …

Wichtiger Nachtrag!

Ich hab im Herbst 2017 ein Interview zur Vorbeugung von sexuellem Missbrauch geführt – denn meistens sind die Täter aus dem eigenen Verwandten- und Bekanntenkreis: Missbrauch vorbeugen: Das können Eltern tun | Experteninterview + Buchtipps
Hier erfahrt ihr wichtige Erziehungsmaßnahmen, die typischen Täterstrategien entgegenwirken. Außerdem: Wie reagieren, wenn sich ein Kind mir anvertraut. Unbedingt lesen!

Je mehr Leute darüber Bescheid wissen, desto schwieriger wird es für die Täter! Und Täterinnen!


Like it? Bitte folge mir:


Datenschutzhinweis: Mit Klick auf den Link verlässt du diese Seite. Es gelten die Datenschutzerklärungen der jeweiligen Plattformen.



Verwandte Themen:

Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter (aka. Rabenmutter). Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Hallo Mutti, ich hab mal gelesen, man sollte mit dem Kind ein Passwort vereinbaren.Wenn es angesprochen wird, soll es sofort fragen: “Was ist das Passwort?” Und dann gleich davonlaufen!

  2. Hallo an alle,
    was vielleicht im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch (besser ist der Begriff sexuelle Gewalt, weil das Wort Missbrauch einen Gebrauch impliziert) wichtig ist zu wissen ist, das es sich in den meisten Fällen nicht um „Fremde“ Täter handelt.
    Wir müssen Kinder auch dahingehend sensibilisieren, dass sie sich auch bei bekannten Personen zu nichts überreden lassen, was sich komisch anfühlt. Auch das sie nicht mit dem Nachbarn/in, dem Papa der Freundin, dem Hausmeister …. mitgehen sollen, wenn es nicht vorher klar vereinbart wurde. Für Kinder nachvollziehbar ist es, wenn man mit ihnen eine Liste erstellt, mit welchen Personen sie ohne extra zu fragen mitgehen dürfen. Alle anderen die nicht auf dieser Liste stehen, haben nicht die Erlaubnis sie mitzunehmen.
    Beste Grüße
    Mandy Sozialpädagogin

  3. Die wenigsten Kinder wissen, weshalb unbekannte Menschen Kinder mitnehmen möchten. Sie glauben, es handle sich um Lösegeld oder Kinderarbeit. Wenn Kinder eine altersadäquate, sensible Aufklärung bekommen haben, ist es ihnen auch zuzumuten, dass es Menschen gibt, die Sex mit Kindern machen möchten. Die sie an Stellen angreifen möchten, die ihnen Fotos oder Filme zeigen möchten, wo Menschen Sex haben etc. Das ist ein wichtiger Zusatz! Wir arbeiten seit 13 Jahren zum Thema Prävention in Volksschulen und machen die Erfahrung, dass kaum Kinder wissen, was hier abgeht.
    Davon abgesehen ist die Fremdtäter*innenschaft wirklich verschwindend: die Täter*innen kennen die Opfer meist gut bis sehr gut und kommen aus ihrem nahen sozialen Umfeld. Somit reicht es nicht, sie vor “Unbekannten” zu warnen! Das greift viel zu kurz. Mehr dazu unter http://www.selbstbewusst.at

  4. Ich schließe mich dem allgemeinen Tenor an, dass es meist keine Fremden sind, gerade was den Missbrauch betrifft. Meine Mutter hat mich immer vor Fremden gewarnt. Aber meinen eigenen Erzeuger hat sie nicht einbezogen. Sie wusste allerdings auch nicht, wie krank und psychotisch der wirklich war.

  5. Caro_van_dark
    Das ist leider merhheitlich der fall
    Liebe eltern Ich bin mutter von 3kindern. 6,8+1
    Es sind nicht die fremde sondern Die,die wir kennen. Menschen die unsere kindern aufwachsen sahen.
    Ich Warne meine 3kindern vor alle und sogar vor polizisten….gewisse (perversen)Menschen verkleiden sich….
    Ich sage immer zu ihnen, sollte mal was sein sollen sie zu eine frau die kinder hat hilfe suchen.
    Ich hoffe dass das schiksal, meine kindern ersparen tut

Kommentar verfassen

Menü schließen