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Schule: Jetzt zeigen sich die Corona-Lücken

Schule: Jetzt zeigen sich die Corona-Lücken

Dass Kinder weniger lernen, wenn die Schulen wochenlang geschlossen sind oder wenn sie im Wechsel unterrichtet werden, haben wir ja schon geahnt. Doch wie stark haben sich die coronabedingten Einschränkungen im Schulbetrieb tatsächlich ausgewirkt? Das zeigen nicht nur die aktuellen Ziffern im Zeugnis der Kinder – das bestätigt nun auch die Wissenschaft: Viele Schülerinnen und Schüler haben den Anschluss verloren und große Lernrückstände.


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Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Wissenschaftler des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) prüften die Fähigkeiten in Deutsch und Mathematik im Sommer 2021 – also nach dem ersten Jahr der Pandemie – deutschlandweit bei mehr als 26.000 Viertklässler:innen. Das ernüchternde Ergebnis: Die Kompetenzen sind im Vergleich zur letzten Erhebung 2016 zum Teil deutlich gesunken – und zwar in allen untersuchten Fächern und in allen Bereichen.


Schule: Jetzt zeigen sich die Corona-Lücken


Ergebnisse: Kompetenzen im Fach Deutsch

Im Fach Deutsch fallen die im Mittel erreichten Kompetenzen in allen untersuchten Kompetenzbereichen im Jahr 2021 signifikant niedriger aus als im Jahr 2016. Gemessen am Lernzuwachs, der innerhalb eines Schuljahres zu erwarten ist, entspricht der Kompetenzrückgang im Lesen etwa einem Drittel eines Schuljahres, im Zuhören einem halben Schuljahr und in der Orthografie einem Viertel eines Schuljahres.

In den Bereichen Lesen und Zuhören, für die auch langfristige Veränderungen untersucht werden können, sind bereits seit dem Jahr 2011 ungünstige Entwicklungen zu verzeichnen. Diese haben sich allerdings zwischen den Jahren 2016 und 2021 deutlich verstärkt.

Ergebnisse: Kompetenzen im Fach Mathematik

Auch im Fach Mathematik fallen die im Mittel erreichten Kompetenzen für Deutschland insgesamt im Jahr 2021 signifikant niedriger aus als im Jahr 2016. Dies entspricht einem Kompetenzrückgang von etwa einem Viertel eines Schuljahres. Anders als im Fach Deutsch ist diese ungünstige Entwicklung im Fach Mathematik seit 2016 nur wenig stärker ausgeprägt als der negative Trend zwischen den Jahren 2011 und 2016.

Erschreckend viele Schüler:innen verfehlen den Mindeststandard

Fast ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler erreicht den Mindeststandard nicht: Lesen 19 Prozent, Zuhören 18 Prozent. Bei der Rechtschreibung ist es noch schlimmer: Fast ein Drittel der Schülerinnen und Schüler (30 Prozent) verfehlt den Mindeststandard.

In Mathematik sind es 22 Prozent, also knapp ein Fünftel, die den Mindeststandard nicht erreichen. Der Anteil an Schüler:innen, die den Mindeststandard nicht erreichen, hat sich in diesem Fach ebenfalls ungünstig entwickelt. So verfehlen 2021 sowohl im Vergleich zum Jahr 2016 als auch im Vergleich zum Jahr 2011 signifikant mehr Schüler:innen den Mindeststandard.

Sozialer Status und Migrationshintergrund

Die Studie untersuchte auch den Zusammenhang zwischen den erreichten Kompetenzen und dem sozioökonomischen Status der Familien bzw. dem Migrationshintergrund. Wenig überraschend, aber sehr deutlich sind hier die Ergebnisse:

In allen untersuchten Fächern und Kompetenzbereichen gehe ein höherer sozioökonomischer Status mit höheren Leistungen einher. Die Unterschiede haben sich dabei in den vergangenen Jahren verstärkt. Im Jahr 2021 erreichen Schüler:innen aus zugewanderten Familien in allen untersuchten Kompetenzbereichen im Durchschnitt signifikant geringere Kompetenzwerte als Schüler:innen ohne Zuwanderungshintergrund. Dieser Nachteil ist bei Kindern der ersten Generation durchgängig am stärksten ausgeprägt.

Im Jahr 2021 haben insgesamt 38 Prozent der Viertklässler:innen in Deutschland einen Zuwanderungshintergrund auf. Dieser Anteil hat sich seit dem Jahr 2016 um fast 5 Prozentpunkte und seit dem Jahr 2011 um knapp 14 Prozentpunkte signifikant erhöht. Eine Steigerung ist insbesondere für den Anteil der selbst zugewanderten Kinder zu verzeichnen, der gegenüber dem Jahr 2016 um sieben Prozentpunkte auf insgesamt fast elf Prozent gestiegen ist. Etwa vier Prozent der Kinder, die im Jahr 2021 eine vierte Klasse besuchten, sind als Geflüchtete nach Deutschland gekommen.

Stereotype Eigenbewertung und sinkendes Interesse

In der Eigenbewertung schätzen die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten und Interessen in Deutsch und Mathematik positiv ein. Dabei zeigen sich stereotype Geschlechterunterschiede: In Deutsch schätzen sich Mädchen besser ein, in Mathematik sind es die Jungen. Das Interesse sowohl im Fach Deutsch wie auch im Fach Mathematik ist signifikant zurückgegangen.


Unsere Erfahrungen

Auch wir fallen unter die Kategorie der „Corona-Opfer“. Mein Sohn begann letztes Jahr in der 3. Klasse Gymnasium (7. Schulstufe) im Distance Learning mit dem Fach Latein. Jetzt – am Ende der 4. Klasse Gymnasium (8. Schulstufe) – ist es glasklar: Die Lücken sind viel zu groß! Nicht nur bei meinem Kind übrigens! Viele Latein-Schularbeiten mussten in diesem Jahr wiederholt werden. Das heißt, dass mehr als die Hälfte der Schüler*innen die Schularbeit negativ abgeschlossen haben.

Wir haben jedenfalls bereits nach Weihnachten das Handtuch geworfen – wir haben die negative Beurteilung bewusst in Kauf genommen. Denn es war absehbar, dass mein Kind von der AHS (Allgemeinbildende Höhere Schule = Gymnasium) auf eine BHS (Berufsbildende Höhere Schule), genauer an die Handelsakademie (HAK) wechseln wird. Und dort ist Latein kein Thema.

Auf Instagram hab ich das so thematisiert:


Hintergrundinfo zur Studie

Im IQB-Bildungstrend 2021 hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum dritten Mal untersucht, inwieweit Viertklässlerinnen und Viertklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen. Durch einen Vergleich mit den Ergebnissen des IQB-Ländervergleichs 2011 und des IQB-Bildungstrends 2016 ist es möglich, zu prüfen, inwieweit sich das Kompetenzniveau der Kinder in den letzten fünf beziehungsweise zehn Jahren verändert hat.

Am IQB-Bildungstrend 2021 haben 26.844 Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe in 1.464 Grund- und Förderschulen aus allen 16 Ländern teilgenommen. Im Fach Deutsch wurden die Kompetenzbereiche „Lesen“, „Zuhören“ und „Orthografie“ geprüft, im Fach Mathematik fünf inhaltsbezogene Kompetenzbereiche (Leitideen), die sich in einer Globalskala mathematischer Kompetenz zusammenfassen lassen.    
Der Kurzbericht vom Juli 2022 enthält erste Ergebnisse für Deutschland insgesamt: Zur Studie. Vertiefende Analysen und Ergebnisse zu den einzelnen Ländern werden im Oktober 2022 im Berichtsband zum IQB-Bildungstrend 2021 publiziert.


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Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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