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Eltern in der Schule: Fluch und Segen für Lehrer

Eltern in der Schule: Fluch und Segen für Lehrer

Neben Schülern und Lehrern spielen natürlich auch Eltern in der Schule eine entscheidende Rolle! Nur wenn dieses Triumvirat gut funktioniert und an einem Strang zieht, ist ein friedvoller und erfolgreicher Schulbesuch möglich. Leider ist das sehr oft nicht der Fall und manchmal liegt das leider an uns Eltern!


Zwischenruf in eigener Sache:

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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern.

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Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten


Eltern in der Schule


Eltern in der Schule

„Im System Schule sind Eltern Brandherd und Feuerwehr gleichzeitig, sie können alle Bemühungen der Schule zunichtemachen, aber auch mithelfen, dass vieles besser läuft.“ (Tergast 2021: 85) Ein Spagat für Lehrer! Sehr schnell erkennen junge Lehrer, dass sie es keinesfalls allen recht machen können – so wählen sie dann verständlicherweise oft den Weg des geringsten Widerstandes. Das kommt unseren Kindern allerdings nicht zugute, sondern stärkt nur unser eigenes Ego als Eltern von „perfekten“ Kindern.


#1 Helikoptereltern auch in der Schule

Die Frustrationsgrenze ist bei Schülern natürlich oft nicht sehr hoch, wenn ein Lehrer ein Thema zuordnet, das einem nicht zusagt oder eine Klassenarbeit – Gott bewahre – nicht so benotet wird, wie man es sich gewünscht hätte. Das ist ein Lernprozess. Leider müssen auch Kinder lernen, dass nicht immer alles so klappt, wie man es sich wünscht oder dass man eben nicht immer der Beste sein kann und nicht bevorzugt behandelt wird. Kinder lernen das auch sehr gut – natürlich so lange es fair abläuft.

Für Helikoptereltern läuft es aber selten fair ab und die Lehrkraft ist auf jeden Fall schuld, wenn das Kind unzufrieden ist oder schlechte Noten schreibt. Dabei werden Lehrkräfte oft so unter Druck gesetzt, dass sie die Kinder dann tatsächlich besser benoten oder ihnen Privilegien gegenüber anderen Schülern einräumen. Das ist traurig und kommt dem betroffenen Kind auf lange Sicht auf keinen Fall zugute. Das Kind lernt dadurch, dass es nur um es selbst geht und dass nur zählt, dass es seine eigenen Interessen durchsetzt und in diesem Kampf sind seine Eltern seine Verbündeten.

Schulische Erfolge werden von den Eltern als ihre eigenen Erfolge gesehen und durch das Durchboxen der eigenen Interessen wird versucht das eigene Ego zu stärken. Dadurch verlieren Kinder die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu machen, selbst für eine Sache einzustehen oder auch einmal eine Niederlage zu ertragen, denn die Eltern werden es schon richten. Sie kämpfen für gute Noten, suchen mir eine Praktikumsstelle und nehmen mir jeden Konflikt und jede Hürde ab.


#2 Das Zauberwort „hochbegabt“

Ein Zauberwort von Eltern in der Schule ist heute „hochbegabt“! „Mein Kind ist hochbegabt – ihm ist es einfach zu langweilig, deshalb macht es nicht mit!“ „Mein Kind sollte eine Klasse überspringen!“ „Die Verhaltensauffälligkeiten treten nur auf, weil mein Kind hochbegabt ist und in dieser Schule nicht ausreichend gefördert wird!“

Wir alle lieben unsere Kinder und für uns sind sie die tollsten Menschen auf dieser Erde – das ist wohl vollkommen normal. Ja „für uns“ – aber sind sie wirklich so viel „besser“ als alle anderen Kinder? Fordern wir dadurch nicht zu viel von ihnen und setzen sie dadurch noch mehr unter Druck? Und welches Gefühl geben wir ihnen mit? „Ich bin besser und klüger als alle anderen!“ Abgesehen davon, dass es im Leben Gott sei Dank nicht nur um schulischen Erfolg geht, lernen sie so in keinster Weise jemals ein fühlendes soziales Wesen und ein wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft zu werden.

Schon im Kindergarten wird der IQ getestet und eine Hochbegabung festgestellt. Schlechte Noten sind dann natürlich ein No-Go und es kann nur an einer schlechten Lehrkraft liegen. In Wahrheit ist die Zahl der tatsächlich hochbegabten Kinder überschaubar. Ja es gibt sie, aber ganz sicher nicht in diesem Ausmaß! Leider sehen Eltern von solch falsch diagnostizierten Hochbegabten Lehrkräfte nur als Feind an und verhalten sich ihnen gegenüber dementsprechend unsozial. So haben diese Kinder dann meist ebenfalls keinen Respekt vor Lehrern. Ein Teufelskreis!


#3 Lehrer werden nicht als das wahrgenommen, was sie sind

Früher wurde es sofort ruhig in einem Klassenraum, wenn ein Lehrer den Raum betrat. Der Lehrer wurde wahrgenommen und konnte somit mit den Kindern in Beziehung treten. Die Aufmerksamkeit war somit da und die Unterrichtsstunde konnte beginnen. Heute stellt genau das ein großes Problem in vielen Klassen dar. Der Lehrer wird nicht wahrgenommen. Teilweise werden sie nicht einmal gegrüßt – egal ob innerhalb oder außerhalb des Klassenzimmers.

Warum ist das so? Einerseits werden immer mehr Kinder schon von klein an ganztags außer Haus betreut. Viele Erziehungsleistungen werden von Pädagogen erwartet. Während also die Erwartungshaltung an Kindergärten und Schulen steigt, werden die Arbeitsbedingungen immer schlechter. Riesige Gruppen, Fachkräftemangel – Pädagogen können definitiv nicht die komplette Erziehungsarbeit der Eltern übernehmen.

Andererseits spielt auch hier die Erziehung von Helikoptereltern eine große Rolle. „Je stärker einem Kind von Beginn an das Gefühl vermittelt wird, dass sich alles immer nur um es selbst dreht, desto eher wird es mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten haben, andere Menschen angemessen wahrzunehmen.“ (Tergast 2021: 107) Helikoptereltern lassen ihre Kinder nicht zur Entfaltung kommen und gewähren ihnen keinen Freiraum für ihre Entwicklung – so auch nicht für ihr Sozialverhalten. Natürlich gibt es auch gegenteilige Familien, in denen die Kinder gar nicht auf die Unterstützung ihres Elternhauses zählen können. (Dies wurde in Zeiten der Pandemie und dem Homeschooling stark sichtbar.) Egal welche Extreme in der Familie vorherrscht – sie führt zu Beziehungslosigkeit und macht es Lehrern sehr schwer mit den Kindern zu interagieren und dies wiederum führt dazu, dass sich kein Lernerfolg einstellen kann!


#4 Eltern in der Schule: Was wäre denn nun förderlich?

Welcher „Erziehungsstil“ ist denn nun förderlich für einen funktionierenden Schulalltag, der es Schülern und Lehrkräften gleichermaßen etwas leichter macht.

Komplett anti-autoritäre bzw. grenzenlos offene Erziehungsformen erschweren das „Anpassen“ an eine Gemeinschaft. Autoritäre Eltern, die ihre Kinder nur kontrollieren, hohe Anforderungen stellen, ihre Macht ausleben und sogar strafende Maßnahmen einsetzen, sind natürlich ebenso wenig zielführend. „Die Kinder autoritärer Eltern haben ein eher niedriges akademisches und soziales Kompetenzniveau, sind unfreundlich, leicht reizbar und haben niedriges Selbstvertrauen.“ (Tergast 2021: 127)

Die Lösung sind lt. Tergast autoritative Eltern!

Autoritative Eltern:

  • Hohes Anspruchsniveau, klare Standards und Regeln, Achten auf Einhaltung
  • Wärme und Sensibilität, offen-kommunikativ
  • Förderung kindlicher Autonomie, Konsequenzen des Verhaltens sollen verstanden werden
  • Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes
  • Disziplinieren maßvoll und konsequent
  • Die Kinder autoritativer Eltern sind (tendenziell) (sozial) kompetent, selbstsicher, beliebt, mit geringem antisozialen Verhalten, wenig Drogenkonsum im Jugendalter usw.“ (Tergast 2021: 127)

Auch die Schule sollte sich auf autoritative Formen der Pädagogik konzentrieren. Sind Schüler einen Erziehungsstil mit liebevollen aber konsequent durchgesetzten Regeln gewöhnt, fällt es leicht auch die Lehrkraft als einen Begleiter und Orientierungspunkt anstatt als Feind anzusehen!


Die Schule brennt - Eltern in der Schule

Buchtipp: Die Schule brennt: Ein Lehrer sucht Auswege aus einem kaputten System

Carsten Tergast ist Lehrer und erzählt in diesem Buch von vielen Erlebnissen von sich und Kollegen. Er bespricht Themen wie Lehrer-Burn-Out, Gewalt an Schulen, Digitalisierung, die Auswirkungen der Corona-Pandemie, den Akademisierungswahn und nicht zuletzt die Rolle von uns Eltern in diesem Triumvirat aus Lehrern, Eltern und Schülern.

Die Beispiele sind wachrüttelnd und man kann sich teilweise auch an die eigene Nase fassen und seine eigenen Verhaltensweisen überdenken.

Ein tolles Buch für alle Eltern von Schulkindern, die ihren Kindern zu einem erfolgreichen Schulalltag verhelfen möchten, aber auch für alle Lehrer, die etwas verändern wollen!


Wenn der Vater in der Schule anruft und die Lehrerin unhöflich anbrüllt, weil der Sohn über ein Tier referieren muss, das er nicht so gerne mag. Wenn die Mutter in der Eltern-WhatsApp-Gruppe alle gegen den Lehrer aufhetzt, weil ihre hochbegabte Tochter keine Eins hat und das wohl an diesem schlechten Lehrer liegen muss! Ja dann läuft irgendetwas falsch im System und es ist klar, dass das unseren Kindern auf keinen Fall gut tut!


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Queen Mama Klar bin ich peinlich Gesichtsmaske Nicht von schlechten Eltern

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Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

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