Familienblog seit 2009 | Impressum | Datenschutz
Welche Faktoren bestimmen den Lernerfolg von Kindern?

Welche Faktoren bestimmen den Lernerfolg von Kindern?

Remo Largo räumt im Buch Wer bestimmt den Lernerfolg: Kind, Schule, Gesellschaft? gehörig auf mit gängigen Klischees, bei wem denn nun die Schuld zu finden sei, wenn ein Kind nicht den erwarteten Lernerfolg bringt. Oder wenn die PISA-Ergebnisse wieder einmal ganz und gar nicht den Vorstellungen entsprechen. Klassengröße, Noten, Hausaufgaben, leistungshomogene oder jahrgangsübergreifende Klassen sind demnach jedenfalls völlig irrelevant für den Lernerfolg. Auch die Größe, Organisation und Finanzkraft der jeweiligen Schule ist egal. Und nein, die soziale Herkunft ist auch kein Grund für die sprichwörtliche gläserne Decke in Sachen Bildung. Welche Faktoren fördern nun aber den Lernerfolg?


Zwischenruf in eigener Sache:

Liebe Leute!
Willkommen am Familienblog "Muttis Nähkästchen"

Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern.

Alles, das Eltern wissen sollten! Wir bemühen uns um wertvolle Inhalte, die euch wirklich weiterhelfen. Außerdem haben wir immer wieder feine Sachen für euch zu verlosen.

Um nichts zu verpassen, folgt uns doch bitte:


Tipp: Schau auch mal bei den Rabatt-Codes vorbei! Da haben wir attraktive Preisnachlässe für viele Produkte: Aktuelle Rabatt-Codes


Voraussichtliche Lesedauer: 12 Minuten

Largo zitiert in dieser Schrift eine monumentale Studie des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie. Ziel war herauszufinden, welche Faktoren den Lernerfolg bestimmen. Freilich berücksichtigt die Studie nur die kognitiven Faktoren – weil diese messbar sind. Die Ergebnisse sind durchaus brisant, weil sie der gängigen Bildungsdebatte in vielen Ländern widerspricht.

Freilich ist der sozio-ökonomische Status der Eltern (Bildungs- und Berufsstand) und das damit verbundene „Anregungsniveau“ einflussreiche Faktoren. Erwartungen und Unterstützung der Eltern tragen ebenso wie die frühkindliche Förderung in den ersten 5 Jahren wesentlich zum Schulerfolg bei. Aber: Es kommt häufiger vor als man annehmen möchte, dass Akademiker nicht mehr den sozialen Status ihrer Eltern erreichen. Das ist auch durchaus OK so, denn echte Durchlässigkeit bedeutet die Ermöglichung des Aufstiegs aus niederen sozialen Schichten und gleichzeitig auch umgekehrt den Abstieg! Die Gesellschaft muss sogar ein Interesse daran haben, dass ein derartiger Abstieg nicht – wenn’s denn gar nicht anders geht – durch Vetternwirtschaft verhindert wird.

Wesentlich mehr Einfluss haben die Lehrer/-innen! Jedenfalls mehr als Eltern, Peers und Schule gemeinsam!

Faktoren mit positivem Einfluss:

  • Repektieren des Schülers als Person und Lernenden
  • Lehrer-Schüler-Beziehung
  • Qualität des Unterrichts
  • echtes Verstehen statt Verabreichen von „Stoffwissen“
  • Einschätzung des Lehrers durch Schüler

Befähigung sollte daher bei der Auswahl und Ausbildung oberste Priorität haben. Hierzulande ist es aber leider so: Wenn du keinen Felgaufschwung kannst, kannst du nicht Lehrer werden! Echt! Auch wenn die Person sonst überdurchschnittlich für den Lehrberuf geeignet hat. Auch sollten Aspiranten für den Lehrberuf schon sehr früh Kontakt zu den „Klienten“ – sprich: Schülern – haben. Wenn man erst am Ende der Ausbildung merkt, dass man mit Kindern nicht kann (oder sie gar überhaupt nicht mag), dann ist es meist zu spät …

Aber nicht alles steht und fällt mit dem Lehrer bzw. der Lehrerin. 50 Prozent liegen beim Schüler selbst, sprich bei vorhandenen Kompetenzunterschieden und individuellen Veranlagungen.

Faktoren für den Lernerfolg von Kindern

Ein paar aussagekräftige Zitate aus dem Buch:

Wenn wir ein Kind vernachlässigen, entwickelt es sich weniger. Wenn wir ein Kind überfordern, wird es nicht klüger, wohl aber demotiviert.

Kein pädagogisches Konzept und keine Schule der Welt kann alle Schüler auf das gleiche Leistungsniveau bringen.

Wenn die Gesetzmäßigkeiten des kindlichen Lernens missachtet werden, bleibt der Lernerfolg aus.

Ein Kind ist kein Gefäß, das mit beliebigem Inhalt bzw. irgendwelchen Erfahrungen gefüllt werden kann.

Die Lernmotivation wird am besten geweckt, wenn Eltern und Lehrer dem Kind ein Angebot machen, das im Bereich seiner Lesekompetenz oder – noch besser – leicht darüber liegt.

Die Bildung stammt aus dem 19. Jhd., die Eltern und Lehrer aus dem 20. Jhd. und die Kinder leben im 21. Jhd.

Jedes Kind ist ein Unikat. Die Kinder kommen schon einmalig auf die Welt und werden im Laufe ihres Lebens immer unterschiedlicher.

Unterschiede in der Entwicklung sind für Kinder meist kein Problem, wohl aber für die Eltern.

Erschreckend finde ich persönlich, dass die Abweichung von der Norm zum Therapiefall wird: „Eltern und Lehrer wollen die Kinder nicht so, wie sie nun einmal sind. In der Stadt Zürich erhalten 60 Prozent der Kinder in den ersten sechs Schuljahren irgendwelche sonderpädagogischen Maßnahmen. 60 Prozent! Es sind mehr Kinder mit Maßnahmen (Legasthenie- , Dyskalkulie- oder Ergotherapie, Psychomotorik u.ä.) als Kinder ohne.“

Auch sehr bedenklich ist die fehlende Beziehung. Ernsthafte Gespräche zwischen Eltern und Lehrern finden meist erst statt, wenn das Kind Probleme macht. „Diese Gespräche sind extrem schwierig, weil die Eltern von einer fremden Person zu hören bekommen, ihr Kind entspreche nicht den Erwartungen.“ Wie wahr …

Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass mich tun, und ich verstehe.
(Konfuzius)

Fazit: Vorurteile und Schubladendenken in Sachen Schule raus, Beziehung rein!


Eigenwerbung!
Auf in Muttis Shop: muttis-blog.net/shop

Spreadshirt T-Shirt für Mütter
Spreadshirt Trinkglas
Spreadshirt T-Shirt für Kinder

Das könnte dich auch interessieren:


Mehr zum Thema Probleme in der Schule

In der Schullaufbahn der Kinder lauern so manche Herausforderungen. Für viele davon habe ich schon konkrete Tipps verfasst – schaut mal rein:


Scheitern in der Schule

Schulverweigerung: Tipps für Eltern

Schulverweigerung: Was Eltern tun können

Diese Experten-Tipps zeigen, was Eltern im Fall von Schulverweigerung tun können: Was in so einer Situation hilft und welches elterliche Verhalten hinderlich ist.

Jeder Schultag zählt: Tipps gegen schulisches Scheitern

Jeder Schultag zählt: 9 Tipps gegen schulisches Scheitern

Kinder und Jugendliche mit hohen Fehlquoten laufen Gefahr, in der Schule den Anschluss zu verlieren und keinen Abschluss zu erreichen. Das hilft gegen Absentismus und Dropout.

Blauer Brief von der Schule - was tun? Tipps für Eltern

Blauer Brief von der Schule – was tun? Tipps für Eltern

Er verheißt nichts Gutes. Denn um die schulischen Leistungen steht es mehr als schlecht: es droht eine negative Benotung im Zeugnis, der Aufstieg in die nächste Schulstufe bzw. die Versetzung ist in Gefahr. Was tun, wenn so ein blauer Brief eintrifft? Tipps für Eltern.


Soziale Schwierigkeiten

Mobbing: Dos and Don'ts für Eltern

Mobbing: Do’s und Dont’s für Eltern

Mobbing passiert meist in der Schule. Darum ist sie primär bei der Präventions- und Interventionsarbeit gefordert. Doch auch den Eltern kommt eine wichtige Rolle zu. Und sie können die Situation empfindlich beeinflussen – POSITIV wie NEGATIV! Tipps zum richtigen Umgang bei Mobbing und Mobbing-Verdacht.

Soziale Ausgrenzung in der Schule: wichtige Tipps für Eltern

Soziale Ausgrenzung in der Schule: Wichtige Tipps für Eltern

Schüler:innen erleben immer wieder soziale Ausgrenzung in der Schule: Auslachen, fehlender Gruppenanschluss oder gezieltes Mobbing. Lehrkräfte können helfen – tun es aber oft nicht. Und vor allem: Sie unterscheiden nach Geschlecht des betroffenen Kindes! Was das für uns Eltern bedeutet.


Lernschwierigkeiten

Faktoren für den Lernerfolg in der Schule

Welche Faktoren bestimmen den Lernerfolg von Kindern?

Woran liegt es, wenn ein Kind nicht den erwarteten Lernerfolg bringt? Klassengröße, Noten, Hausaufgaben, leistungshomogene oder jahrgangsübergreifende Klassen? Größe, Organisation und Finanzkraft der Schule? Soziale Herkunft? Diese Faktoren fördern tatsächlich den Lernerfolg!

Was läuft falsch in unseren Schulen? Interview mit einer Lerntherapeutin

Was läuft falsch in der Schule? Interview mit einer Lerntherapeutin

Ist Schule heute anders? Was in der Schule gegenwärtig schief läuft, warum Mathe ein typisches Angstfach ist und wie verzweifelten Schüler:innen (und deren Eltern) geholfen werden kann.

Schulnote: Nicht genügend

Schulnoten: Eine Vier ist eine positive Note!

„Genügend“ (in Deutschland: „Ausreichend“) ist genau das, was es sagt: es genügt bzw. es reicht aus. Punkt. Warum wir Noten nicht so bierernst nehmen sollten. Und wie es um die (vermeintliche?) Motivation und Objektivität von Schulnoten steht.

Prüfungsangst besiegen: Durch Hypnose zum Abitur/zur Matura

Durch Hypnose zum Abitur: Prüfungsangst besiegen

Durch Hypnose zum Abitur bzw. zur Matura? Die Expertin Simone Kriebs verrät, wie die Prüfungsangst bei Schüler:innen besiegt werden kann. Denn die Ursache für Prüfungsangst liegt oft im Unterbewusstsein.

Technik gegen Versagen unter Druck

Einfache und unauffällige Technik gegen Versagen unter Druck: Auch für Kinder geeignet!

Ebenso einfache wie bahnbrechende Lösung: iese einfach und unauffällige Technik hilft Sportler:innen ebenso wie Vortragenden, Studierenden und Schüler:innen. Am besten gleich vor dem nächsten Test oder der nächsten Prüfung zum Ritual machen.

Schlechte Noten trotz Hochbegabung? Das hilft!

Schlechte Noten trotz Hochbegabung? Das hilft!

Schlechte Noten für kluge Köpfe: Tipps, wie man schlechten Schulleistungen vorbeugen kann – für ALLE Schüler:innen geeignet.

Positive Fehlerkultur: Sei stolz auf deine Fehler

Weniger Drama beim Lernen: Sei stolz auf deine Fehler!

Wie wir Eltern als Vorbilder unseren Kindern einen gesunden Weg, um an Fehlern zu wachsen, vorleben können.


Eltern & Schule

Eltern in der Schule

Eltern in der Schule: Fluch und Segen für Lehrer

Nur wenn das Triumvirat Lehrpersonen – Eltern – Schüler:innen gut funktioniert und an einem Strang zieht, ist ein friedvoller und erfolgreicher Schulbesuch möglich. Leider ist das sehr oft nicht der Fall und manchmal liegt das leider an uns Eltern!

Elternfolter Gymnasium: Unbequeme Wahrheiten über weiterführende Schulen

Elternfolter Gymnasium: Unbequeme Wahrheiten über weiterführende Schulen

Was kommt da auf Eltern und Schüler:innen zu? Und muss es immer um jeden Preis das Gymnasium sein? Und wie können wir Eltern unsere Kinder beim Übertritt in die weiterführende Schule unterstützen?

Elternrechte in der Schule: Ein Schulexperte klärt auf

Elternrechte in der Schule: Ein Experte für Schulrecht klärt auf

Welche Rechte haben Eltern in der Schule – und welche nicht? Darf die Schule dem Kind das Smartphone wegnehmen? Muss ich die Fahrtkosten für die Klassenfahrt übernehmen – obwohl mein Kind krank geworden ist? Und wie ist das mit dem Recht auf individuelle Förderung in der Schule?

Schultafel: Die 2. Schulzeit - 7 Lektionen für Eltern von Schulkindern

Die „zweite Schulzeit“: 7 Lektionen für Schulkind-Eltern

Die eigene Schulzeit ist ein Klacks im Vergleich zur „zweiten Schulzeit“ – der Zeit als Mutter eines Schulkindes! Sieben Wahrheiten in sieben Lektionen für Eltern eines Schulkindes.


Wichtige Faktoren für den Lernerfolg von Kindern

Enthält Affiliate-Links

Auch dein regionaler Buchhandel bestellt das Buch gerne für dich! Denn: Wenn der letzte Laden verschwunden ist, das letzte Café geschlossen hat und alle Stadtviertel verwaist sind, werdet ihr feststellen, dass Online-Shoppen doch nicht so toll war! Buy local!

Für mehr Fairness & Transparenz im Netz: Affiliate Links führen zu Produkten in Online-Shops. Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision, was das Produkt jedoch keinesfalls teurer für euch macht.


War dieser Beitrag informativ und/oder hilfreich?
Dann freuen wir uns, wenn du ihn teilst! Du kannst unsere Inhalte auch unterstützen, indem du uns einen Kaffee spendierst oder uns auf Instagram folgst: Birgit & Christine.

Danke, dass ihr hier seid!
Birgit & Christine

Eigenwerbung!
Auf in Muttis Shop: muttis-blog.net/shop

Spreadshirt T-Shirt für Mütter
Spreadshirt Trinkglas
Spreadshirt T-Shirt für Kinder

Birgit

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Sehr interessant! Ich schätze Largo und wusste von diesem Buch noch nichts. In der Uni haben wir in der Bildungsökonomie uns auch mit Pisa beschäftigt. Da kam allerdings als stärkster Einfluß das Elternhaus bzw. dessen Bildung raus. Um die Bildung der Eltern zu messen hat man als Näherungsvariable die Anzahl der Bücher im Haushalt genommen.

    Keinen signifikanten Einfluß hatte das Vorlesen in der Untersuchung.

    Ein sehr spannendes Thema. Das vorgestellte Bich werde ich mir auch kaufen!

    Gruß,
    Helena

Kommentar verfassen

Menü schließen