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Welche Faktoren bestimmen den Lernerfolg von Kindern?

Welche Faktoren bestimmen den Lernerfolg von Kindern?

Remo Largo räumt im Buch Wer bestimmt den Lernerfolg: Kind, Schule, Gesellschaft? gehörig auf mit gängigen Klischees, bei wem denn nun die Schuld zu finden sei, wenn ein Kind nicht den erwarteten Lernerfolg bringt. Oder wenn die PISA-Ergebnisse wieder einmal ganz und gar nicht den Vorstellungen entsprechen. Klassengröße, Noten, Hausaufgaben, leistungshomogene oder jahrgangsübergreifende Klassen sind demnach jedenfalls völlig irrelevant für den Lernerfolg. Auch die Größe, Organisation und Finanzkraft der jeweiligen Schule ist egal. Und nein, die soziale Herkunft ist auch kein Grund für die sprichwörtliche gläserne Decke in Sachen Bildung. Welche Faktoren fördern nun aber den Lernerfolg?



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Largo zitiert in dieser Schrift eine monumentale Studie des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie. Ziel war herauszufinden, welche Faktoren den Lernerfolg bestimmen. Freilich berücksichtigt die Studie nur die kognitiven Faktoren – weil diese messbar sind. Die Ergebnisse sind durchaus brisant, weil sie der gängigen Bildungsdebatte in vielen Ländern widerspricht.

Freilich ist der sozio-ökonomische Status der Eltern (Bildungs- und Berufsstand) und das damit verbundene “Anregungsniveau” einflussreiche Faktoren. Erwartungen und Unterstützung der Eltern tragen ebenso wie die frühkindliche Förderung in den ersten 5 Jahren wesentlich zum Schulerfolg bei. Aber: Es kommt häufiger vor als man annehmen möchte, dass Akademiker nicht mehr den sozialen Status ihrer Eltern erreichen. Das ist auch durchaus OK so, denn echte Durchlässigkeit bedeutet die Ermöglichung des Aufstiegs aus niederen sozialen Schichten und gleichzeitig auch umgekehrt den Abstieg! Die Gesellschaft muss sogar ein Interesse daran haben, dass ein derartiger Abstieg nicht – wenn’s denn gar nicht anders geht – durch Vetternwirtschaft verhindert wird.

Wesentlich mehr Einfluss haben die Lehrer/-innen! Jedenfalls mehr als Eltern, Peers und Schule gemeinsam!

Faktoren mit positivem Einfluss:

  • Repektieren des Schülers als Person und Lernenden
  • Lehrer-Schüler-Beziehung
  • Qualität des Unterrichts
  • echtes Verstehen statt Verabreichen von “Stoffwissen”
  • Einschätzung des Lehrers durch Schüler

Befähigung sollte daher bei der Auswahl und Ausbildung oberste Priorität haben. Hierzulande ist es aber leider so: Wenn du keinen Felgaufschwung kannst, kannst du nicht Lehrer werden! Echt! Auch wenn die Person sonst überdurchschnittlich für den Lehrberuf geeignet hat. Auch sollten Aspiranten für den Lehrberuf schon sehr früh Kontakt zu den “Klienten” – sprich: Schülern – haben. Wenn man erst am Ende der Ausbildung merkt, dass man mit Kindern nicht kann (oder sie gar überhaupt nicht mag), dann ist es meist zu spät …

Aber nicht alles steht und fällt mit dem Lehrer bzw. der Lehrerin. 50 Prozent liegen beim Schüler selbst, sprich bei vorhandenen Kompetenzunterschieden und individuellen Veranlagungen.

Faktoren für den Lernerfolg von Kindern

Ein paar aussagekräftige Zitate aus dem Buch:

Wenn wir ein Kind vernachlässigen, entwickelt es sich weniger. Wenn wir ein Kind überfordern, wird es nicht klüger, wohl aber demotiviert.

Kein pädagogisches Konzept und keine Schule der Welt kann alle Schüler auf das gleiche Leistungsniveau bringen.

Wenn die Gesetzmäßigkeiten des kindlichen Lernens missachtet werden, bleibt der Lernerfolg aus.

Ein Kind ist kein Gefäß, das mit beliebigem Inhalt bzw. irgendwelchen Erfahrungen gefüllt werden kann.

Die Lernmotivation wird am besten geweckt, wenn Eltern und Lehrer dem Kind ein Angebot machen, das im Bereich seiner Lesekompetenz oder – noch besser – leicht darüber liegt.

Die Bildung stammt aus dem 19. Jhd., die Eltern und Lehrer aus dem 20. Jhd. und die Kinder leben im 21. Jhd.

Jedes Kind ist ein Unikat. Die Kinder kommen schon einmalig auf die Welt und werden im Laufe ihres Lebens immer unterschiedlicher.

Unterschiede in der Entwicklung sind für Kinder meist kein Problem, wohl aber für die Eltern.

Erschreckend finde ich persönlich, dass die Abweichung von der Norm zum Therapiefall wird: “Eltern und Lehrer wollen die Kinder nicht so, wie sie nun einmal sind. In der Stadt Zürich erhalten 60 Prozent der Kinder in den ersten sechs Schuljahren irgendwelche sonderpädagogischen Maßnahmen. 60 Prozent! Es sind mehr Kinder mit Maßnahmen (Legasthenie- , Dyskalkulie- oder Ergotherapie, Psychomotorik u.ä.) als Kinder ohne.”

Auch sehr bedenklich ist die fehlende Beziehung. Ernsthafte Gespräche zwischen Eltern und Lehrern finden meist erst statt, wenn das Kind Probleme macht. “Diese Gespräche sind extrem schwierig, weil die Eltern von einer fremden Person zu hören bekommen, ihr Kind entspreche nicht den Erwartungen.” Wie wahr …

Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass mich tun, und ich verstehe.
(Konfuzius)

Fazit: Vorurteile und Schubladendenken in Sachen Schule raus, Beziehung rein!

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Sehr interessant! Ich schätze Largo und wusste von diesem Buch noch nichts. In der Uni haben wir in der Bildungsökonomie uns auch mit Pisa beschäftigt. Da kam allerdings als stärkster Einfluß das Elternhaus bzw. dessen Bildung raus. Um die Bildung der Eltern zu messen hat man als Näherungsvariable die Anzahl der Bücher im Haushalt genommen.

    Keinen signifikanten Einfluß hatte das Vorlesen in der Untersuchung.

    Ein sehr spannendes Thema. Das vorgestellte Bich werde ich mir auch kaufen!

    Gruß,
    Helena

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