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Schlechte Noten trotz Hochbegabung? Das hilft!

Schlechte Noten trotz Hochbegabung? Das hilft!

Schlechte Noten für kluge Köpfe: Landläufig gelten Langeweile und Unterforderung als Gründe dafür, wenn begabte Kinder schlechte Schulleistungen zeigen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch: Es ist etwas anderes!
Tipps, wie man schlechten Schulleistungen vorbeugen kann – für ALLE Schülerinnen und Schüler geeignet:


Zwischenruf in eigener Sache:

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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern.

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Voraussichtliche Lesedauer: 20 Minuten

Ein hochbegabtes Kind wird nicht zwangsläufig Professor oder Nobelpreisträgerin. Einige schaffen es nicht einmal an die Universität. „Underachievement“ nennen Expertinnen und Experten dieses Phänomen. Etwa zehn bis zwölf Prozent aller hochbegabten Kinder sind betroffen.
Aber was ist der Grund dafür? Und was kann helfen?


Schlechte Noten trotz Hochbegabung? Das hilft!


Ein Kind hat nachweislich einen hohen Intelligenzquotienten (IQ), in der Schule erhält es aber trotzdem schlechte Noten? Gerade nach dem Wechsel auf ein Gymnasium geraten manche Kinder mit überdurchschnittlichem IQ unter Druck und ihre Leistungen bleiben deutlich unter ihrem Potenzial.

Darunter leiden nicht nur die Betroffenen selbst: „Wird das intellektuelle Potenzial nicht ausgeschöpft, ist das oft sehr belastend für die Kinder. Aber auch für die Gesellschaft ist es ein Verlust, wenn Schülerinnen und Schüler unter ihren Möglichkeiten bleiben“, sagt die Würzburger Psychologin Dr. Catharina Tibken.

Der Grund für Underachievement trotz überdurchschnittlichem IQ

Ein Forschungsteam der Universitä#t Würzburg sind in einer großen Längsschnittstudiemit fast 341 Sechst- bis Achtklässler*innen aus Süddeutschland der Frage nachgegangen, warum diese Kinder so schlecht abschneiden.

Wie sich herausstellte, verfügten die hochbegabten Underachiever über keine guten Lernstrategien. Sie wussten vor allem nicht, wie man Lernstrategien bei der Bearbeitung einer konkreten Aufgabe am effektivsten einsetzt. Es fehlte ihnen auch teilweise an Motivation, bekannte Lernstrategien einzusetzen, wenn dies mühevoll und mit Anstrengung verbunden war.

Warum hochbegabte Kinder das Lernen bis zum Gymnasium noch nicht gelernt haben

Warum die Kinder und Jugendlichen das Lernen bis zum Gymnasium noch nicht gelernt habe? Das kann daran liegen, dass ihnen in der Grundschule alles zuflog. Sie mussten sich selten anstrengen und verstanden Lernmaterial oft mühelos. Am Gymnasium wird dies plötzlich anders.

Die Underachiever haben eine schlechte „Metakognition“ – sie können nicht gut nachdenken über das eigene Denken. So können jene Hochbegabten mit schlechte Noten nur sehr schwer einschätzen, ob sie einen Text wirklich verstanden haben. Darum unternahmen sie auch nichts dagegen. Sie fragten nicht nach, lasen schwierige Passagen nicht erneut oder holten sich anderweitige Informationen. Der Lernerfolg am Gymnasium hängt aber stark ab vom Lernen aus Sachtexten.

Andere Mitschülerinnen und Mitschüler hatten sich in früheren Schuljahren jedoch gute Lesestrategien angeeignet. Sie gingen zum Beispiel planvoller an Texte heran, überwachten ihren Leseprozess stärker und ergriffen, wenn nötig, Maßnahmen, um das Textverständnis zu verbessern.

Training für Underachiever: Lernen lernen

Hochbegabte Underachiever könnten also ihr Potenzial steigern, wenn sie „zu lernen lernen“. Die Würzburger Forscherinnen und Forscher wollen deshalb im nächsten Schritt ein Trainingsprogramm entwickeln. Damit sollen Lernstrategien und ihre Anwendung im Unterricht und beim Lernen für die Schule vermittelt und eingeübt werden können. Von diesem Training könnte die ganze Klasse profitieren, nicht nur Underachiever. Denn für ein erfolgreiches Lernen am Gymnasium sind Lernstrategien und die Überwachung des Lernfortschritts insgesamt wichtig. Es geht nicht nur Hochbegabten so, dass sie unter ihrem Niveau bleiben. Auch normal begabte Schülerinnen und Schüler schreiben zum Teil Noten, die nicht ihren Fähigkeiten entsprechen. Auch ihnen könnte das Training nützen.

Aber ihr müsst nicht so lange warten – hier hab ich ein paar Tipps für euch gesammelt:


Lernen lernen: Mit der richtigen Lernstrategie zum Erfolg

Lernmotivation steigern

Tipps für mehr Motivation beim Lernen:

  • Lernen aus eigenem Antrieb – Lernen als Mittel zu Zweck:
    Macht mir etwas Spaß, dann braucht es keine Überwindung es zu tun. Die Freude daran weckt die Motivation. Ich möchte die Schularbeit gut schaffen – die gute Note steigert die Motivation. Versuche beides miteinander zu verbinden!
  • Begeisterung:
    Versuche dich für die Sache zu interessieren – ein kniffliges Mathematikquiz zu knacken klingt spannender, als eine schwierige Mathematikaufgabe zu erledigen. Sei offen für Neues! Sei neugierig! Bleib dran!
  • Ziel:
    Viele kleine Ziele führen zu einem großen Ziel: Was hast du heute, die nächste Woche, das nächste Monat, dieses Schuljahr … zu erledigen?
  • Planung: Beginne rechtzeitig!
    Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor und unterteile deine Aufgaben in kleine Portionen ein.
  • Nicht unter- aber auch nicht überfordern:
    Alles, was sehr leicht ist, wird bald langweilig – das brauchst du nicht zu üben. Aufgaben, die zu schwierig sind, könnten dein Selbstbewusstsein schwächen – hol dir rechtzeitig Hilfe und Unterstützung.
  • Belohnung:
    Wenn du dich einer Herausforderung gestellt und sie geschafft hast, dann hast du eine Belohnung verdient. Aber Achtung! Ehrlich sein! Und nicht jede Selbstverständlichkeit bzw. Kleinigkeit belohnen! Genieße deinen Erfolg!
  • Einstellung / Selbstwert:
    Geh mit einer positiven Einstellung an die Arbeit heran: „Ich schaffe das!“

Den eigenen Lerntyp feststellen

Lerntypentests geben Aufschluss über das eigene Lernverhalten. Sie können hilfreich sein, passende Lernmethoden zu finden. Sie sollten aber immer als Denkanstoß und nicht als Diagnose gesehen werden.

Für die Bestimmung des Lerntyps gibt es verschiedene Tests. Aufschlussreich kann es sein, die Ergebnisse verschiedener Tests miteinander zu vergleichen. Ein paar Beispiele: HALB-Test, Lerntypen-Analyse nach Honey und Mumford, Lerntypen-Test der Westermann Verlagsgruppe.


Lernhilfen gemäß Lerntyp nutzen

Gemäß des identifizierten Lerntyps kann man dann unterschiedliche Lernhilfen nutzen:

Visueller Lerntyp

  • Wichtig für diesen Lerntyp: visuelle Wahrnehmung, Lesen von Texten, Betrachten von Schaubildern;
  • Lernhilfen für diesen Lerntyp: Bücher, Skizzen, Bilder, Grafiken, Lernposter, Videos, Lernkarteien, Zusammenfassungen schreiben (z. B. als Spickzettel, den man natürlich in der Klassenarbeit nicht benutzt), bunte Textmarker 

Noch mehr Lerntipps für diesen Lerntyp findet ihr hier.


Auditiver Lerntyp 

  • Wichtig für diesen Lerntyp: zuhören (auditive Lerntypen profitieren vom klassischen Frontalunterricht)
  • Lernhilfen für diesen Lerntyp: Lernkassetten, Gespräche, Vorträge, Musik, Texte laut lesen

Noch mehr Lerntipps für diesen Lerntyp findet ihr hier.


Motorischer Lerntyp

  • Wichtig für diesen Lerntyp: Learning by doing; durch das zimmer laufen, am Stuhl wippen
  • Lernhilfen für diesen Lerntyp: (rhythmische) Bewegungen, Nachmachen, Gruppenaktivitäten, Rollenspiele, anschauliche Materialien wie Modelle oder Experimentierkästen

Noch mehr Lerntipps für diesen Lerntyp findet ihr hier.


Kommunikativer Lerntyp

  • Wichtig für diesen Typ: über den Stoff sprechen, Austausch mit anderen.
  • Lernhilfen für diesen Lerntyp: Lerngruppen, Dialoge, Rollenspiele, Diskussionen, Interview, Quiz, Frage-Antwort-Spiele

Noch mehr Lerntipps für diesen Lerntyp findet ihr hier.


Lernen und Bewegung

Auch Lernen und Bewegung hängen zusammen. Mehr dazu hier: Wie Bewegung und Lernerfolg zusammenhängen


Lernen und Emotionen

Gefühle und Lernen hängen zusammen. Lernen sollte also mit positiven Gefühlen in Verbindung gebracht werden. Zum Beispiel so:

• Spielerisch zu lernen, indem man sich zum Beispiel ein Quiz überlegt.
• Gemeinsam mit anderen zu lernen.
• Sich vor Augen zu führen, warum man etwas in Zukunft brauchen könnte.


Pausen machen!

Pausen machen! Oft wird auf die Pausen vergessen. Aber wer sich konzentriert, braucht Pausen. Geist und Körper müssen sich regenerieren können. Ein Fünftel der Lernzeit sollte aus Pausen bestehen. Dabei sind mehrere kleine Pausen erholsamer und für das Lernen besser als wenige große Pausen.


Schlaf und Lernen

Zwei der wichtigsten Funktionen des Schlafes sind Regeneration und Informationsverarbeitung (Lern- und Erinnerungsprozesse). Durch zu wenig Schlaf ist man müde und unkonzentriert. Außerdem fällt es schwer, sich das Gelernte zu merken.

Die Forschung zeigt, dass im Schlaf eine wichtige Nachverarbeitung stattfindet: Gelernte Inhalte werden jetzt in den Langzeitspeicher übertragen und Gedächtnisinhalte noch einmal ganz von selbst verstärkt. Das nennt man „Gedächtniskonsolidierung“. Man lernt also tatsächlich „(wie) im Schlaf“: Wenn man dem Gehirn ausreichend Schlaf gönnt, merkt man sich Gelerntes besser!

Fazit: Sich die Nächte mit Lernen um die Ohren zu schlagen, bringt nichts!


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Buchtipp: Erfolg in der Schule

Erfolg in der Schule Cover

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Quellen:

  • Tibken, C., Richter, T., von der Linden, N., Schmiedeler, S. & Schneider, W. (2021). The role of metacognitive competences in the development of school achievement among gifted adolescents. Child Development. Advance online publication. https://doi.org/10.1111/cdev.13640 (open access); idw-online.de;
  • Appel, Ingrid; Haller, Beatrix; Landerl, Karin; Odar, Marie; Pucher, Simone; Schluet, Angela; Schwertberger, Dagmar; Straßegger-Einfalt, Renate; Zwölfer, Natalie (2019). Lernen lernen – Impulse für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Lehrkräfte. Herausgeber: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung; Abt. Schulpsychologie – Bildungsberatung.
  • Appel, Ingrid; Haller, Beatrix; Landerl, Karin; Odar, Marie; Pucher, Simone; Schluet, Angela; Schwertberger, Dagmar; Straßegger-Einfalt, Renate; Zwölfer, Natalie (2019). Lernen lernen – Impulse für Schülerinnen und Schüler. Herausgeber: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung; Abt. Schulpsychologie – Bildungsberatung.

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