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Kinder beim Lernen unterstützen: Was Eltern über Spiegelneuronen wissen sollten

Kinder beim Lernen unterstützen: Was Eltern über Spiegelneuronen wissen sollten

Es gibt ein neues Buch der von mir sehr verehrten Vera Birkenbihl:
Eltern-Nachhilfe: Wie man Kinder beim Lernen unterstützen kann.

Darin informiert sie in bewährter Art und Weise über viele wichtige Aspekte rund um das Thema lernen. Denn wir Eltern (und Pädagogen) können da kräftig viel falsch machen! Unter anderem mit Hilfe der Spiegelneuronen – lest selbst!
Ihr könnt zwei Exemplare dieses Büchleins gewinnen!

Eltern-Nachhilfe: Wie Eltern Kinder beim Lernen unterstützen können

Kinder beim Lernen unterstützen: Was Eltern über Spiegelneuronen wissen sollten

Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des Verlags:

Spiegelneuronen

Es gibt besondere Gruppen von Nervenzellen im Gehirn, die eine besondere Bewandtnis haben: Angenommen Sie lernen, Spaghetti aufzurollen, dann entwickeln Sie eine spezielle SPAGHETTI-NEURONEN-Gruppe, die immer aktiv wird, wenn Sie:

  • anderen zusehen, die Spaghetti aufrollen,
  • selbst Spaghetti aufrollen (nach dem Lernprozess erlauben diese sogenannten Spiegelneuronen die Handlung),
  • daran denken, daß Sie mal wieder Spaghetti rollen möchten, oder
  • wenn jemand Spaghetti aufrollen ERWÄHNT.

Die Konsequenzen der Spiegelneuronen

Dies* hat Konsequenzen, die sich alle ErzieherInnen, Lehrkräfte und ELTERN regelmäßig bewußt machen sollten:

  1. Wir können extrem gut lernen, wenn wir anderen zusehen dürfen, aber genau dieser Lernweg, den wir über Tausende von Generationen lang genutzt haben, ist in der heutigen Zeit fast verschwunden. Früher saß man einem Meister einige Jahre lang »zu Füßen«und danach konnte man auch sehr komplexe Dinge, die einem nur teilweise erklärt worden waren. In Mexiko gibt es eine Teppichknüpferei (die hochkomplexe Muster knüpft), dort schauen die zukünftigenKnüpferinnen zwei Jahre zu, wie es geht, erst danach übernehmen sie und knüpfen selber! In Nomaden-Gesellschaften gucken die Jungen zwei bis drei Jahre lang zu, ehe sie komplexe Pflichten übernehmen und z. B. eine große Herde 15 Kilometer weit zum Wasser treiben (sie sind inzwischen ca. sieben Jahre alt!).
    In unserem Schulsystem wird eine Rechenaufgabe EINMAL an die Tafel geschrieben und gleich danach werden ähnliche Beispiele gerechnet. Für neuronal Langsame geht dies zu schnell; sie begreifen den Prozeß nicht wirklich. Dann schickt man sie mit der Ermahnung, daheim zu üben (und Lücken zu schließen), nach Hause. In bildungs-NAHEN Familien ist immer jemand da, der helfen kann, bei den anderen wird das Kind mit seinen Nöten alleine gelassen. Die normale Nachhilfe macht es genau wie in der Schule. Daher: Wenn Sie eine Nachhilfe-Sitzung […auf Video] mitschneiden, dann kann Ihr Kind die Szene so lange anschauen (und SPIEGELNEURONEN BILDEN), wie es will.
    Merke: Je exakter die Vorlage wiederholt wird, bis man kapiert hat, desto leichter wird es DANACH, wenn das Prinzip verstanden wurde. Nicht nur das, es macht echt Spaß, Dinge zu üben, die wir kapiert haben.
  2. Sind die SPIEGELNEURONEN angelegt, dann KÖNNEN wir es, dann fällt es leicht, es LANGSAM zu tun, jetzt können wir es gemütlich in ZEITLUPE üben, bis wir »flüssig« werden.
  3. Jeder TAGTRAUM aktiviert oder verstärkt vorhandene SPIEGELNEURONEN. Das ist ein Neuro-Mechanismus, der uns viel helfen kann, wenn wir ihn kennen und nutzen. Das ist einer der Gründe, warum dieser Trainings-Trick funktioniert. Entwickelt habe ich ihn vor über 20 Jahren (als man über Mental-Training im Sport noch gelästert hat), aber heute wissen wir, daß die SPIEGELNEURONEN den Erfolg ermöglichen.
  4. Dieser Punkt ist extrem wichtig, weil die SPIEGELNEURONEN auch mit Gefühlen verbunden sind. Das heißt: Immer, wenn wir gewisse Dinge ERWÄHNEN, knipsen wir die dazugehörenden SPIEGELNEURONEN an.

Achtung!
Spiegelneuronen funktionieren auch umgekehrt!

Bleiben wir noch bei diesem vierten Aspekte; er bedeutet nämlich im Klartext: Jedesmal, wenn Sie negative Dinge auch nur erwähnen, knipsen Sie die SPIEGELNEURONEN für negative Gefühle in allen an, die Ihnen zuhören MÜSSEN.

Das ist weder Chefs noch Lehrkräften und Eltern bewußt, die …

  • ständig herummeckern (je aggressiver oder lamentierender sie klingen, desto stärker lösen sie die dazugehörenden Gefühle aus, die man nun erleiden muß).
  • nur Fehler sehen und kritisieren (als ob es nichts gäbe, das gut und richtig gemacht worden ist).
    Der Hang, Fehler zu sehen, hat zunächst Überlebenswert, weil etwas FEHLENDES theoretisch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen könnte, aber im normalen Alltag könnte man sich sehr wohl darauf programmieren, auch Positives bewußt zu registrieren und dann auch dazu etwas zu sagen!
  • häufig über andere »herziehen«** (dies lehrt vorallem, daß man andere, die irgendwie anders als wir sind, nicht respektiert, auch das übernehmen die Kinder per SPIEGELNEURONEN von uns!
  • neidige Bemerkungen machen, die implizieren, daß es NICHT o.k. sei, wenn jemand besser, reicher, gesünder, erfolgreicher etc. ist als wir (statt zu fragen, was wir selbst tun können, um dem Ideal näherzukommen, wie Amerikaner, Japaner und Chinesen es ihren Kindern vorleben). In diesen Ländern werden neidige Menschen von anderen geächtet, bei uns erhalten sie oft genug noch Applaus – wie gewisse Talk-Shows, die spätnachts wiederholt werden, täglich zeigen. Das haben all diese Talk-Show-ZuseherInnen im Studio von ihren Familien gelernt, via SPIEGELNEURONEN!

Eltern sind immer Vorbild!

Es dürfte klar sein, daß wir Erwachsene und Eltern immer Vorbild sind, ob wir wollen oder nicht. Die Natur hat SPIEGELNEURONEN erfunden, damit uns die Imitation als Königsweg zu Lernen offensteht (dies gilt nur für wenige Tierarten, aber vor allem für Menschenaffen und uns Menschen). Das bedeutet aber auch, daß Kinder jeden Mist genauso leicht und unbewußt übernehmen wie gute Verhaltensmuster.

Wenn Kinder aus der Schule kommen und »wissen«, daß Lernen negativ (doof, schwierig etc.) ist, dann haben sie das von den Erwachsenen dort per SPIEGELNEURONEN übernommen. Lehrkräfte, die ständig betonen, daß das zu Lernende ERNST sei, daß es jetzt schwerer wird, daß man die PROBLEME bis zur Prüfung lösen müsse etc., helfen, passende SPIEGELNEURONEN anzulegen und aktivieren diese später, aber: Kinder aus sogenannten bildungs-NAHEN Familien haben zu Hause bildungs-POSITIVE SPIEGELNEURONEN angelegt und sind daher (fast) immun für Negativ-Botschaften dieser Art. Das ist ein Teil der Verantwortung, die Eltern tragen (müssen).

Siehe dazu das Programm WISSEN ERWERBEN im Buch! Hier lernen Sie selbst, eigene Negativ-SPIEGELNEURONEN aus Ihrer Schulzeit zu ersetzen durch neue, positive SPIEGELNEURONEN betreff Lernen. Dann erst werden Sie Ihren Kindern glaubwürdig helfen können – Lippenbekenntnisse früherer Schul-Opfer überzeugen kein Kind!

Fußnoten:

* Der Vollständigkeit halber will ich auch erwähnen: Es gibt auch SPIEGEL-NEURONEN für EMPATHIE, man geht davon aus, daß die Natur sie »erfunden« hat, damit wir uns schneller und besser in andere »einfühlen« können, was das Überleben in Gruppen maßgeblich erleichtert (vgl. Joachim BAUER: Warum ich fühle, was du fühlst). Aber in unserem Zusammenhang interessiert uns der Aspekt, über den wir hier sprechen, besonders.

** Hier lernen die Kinder zweierlei: Erstens, daß es o.k. ist, hinter dem Rücken Abwesender über diese »herzuziehen« (weil die SPIEGELNEURONEN ja Verhalten imitieren lassen, vom Spaghetti-Aufrollen bis zu der Art, wie wir miteinander umgehen)! Zweitens, daß man im Zweifelsfall mit Meckern reagieren »muss«, wenn man unzufrieden ist, statt mit der Frage, was wir vielleicht selbst ändern könnten. Solange wir MECKERN, sind ja andere »schuld«, also brauchen WIR ja nichts zu ändern. Schade, gell?



© 2019 Vera Birkenbihl: Eltern-Nachhilfe. riva Verlag
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Eltern-Nachhilfe: Wie man Kinder beim Lernen unterstützen kann.
Hervorragendes Buch mit riesengroßem Mehrwert für Eltern. Unbedingt lesen! Vera Birkenbihl bringt es in ihrer typischen Art ganz hervorragend auf den Punkt:
Jedes Kind hat das natürliche Bedürfnis zu Lernen und sich vielfältiges Wissen anzueignen. Leider kollidiert dieses Bestreben oft mit den Lehrinhalten, die von der Schule vorgegeben sind. Die Unmengen an Unterrichtsstoff behindern das freiwillige Lernen der Kinder und enden oft in Frustration, da die Inhalte sich nicht mit den eigenen Interessen decken. Die Bestseller-Autorin Vera F. Birkenbihl ist Expertin für gehirn-gerechtes Lernen und bietet Lösungsansätze, wie Eltern ihre Kinder im Schulalltag unterstützen können und das Lernen leichter fällt und wieder Spaß macht.

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Ich bin an Latein gescheitert. Danke für diese tolle Gewinnchance!

  2. Hallo Birgit,
    vielen Dank auch für diesen tollen Tipp. Mit einem Fünftklässler und einer Zweitklässlerin habe ich ja noch einiges an Lernunterstützung vor mir. Mein gefürchtetes Fach? Physik! Ich lese schon eine ganze Weile bei Dir mit und danke Dir für alle guten Tipps bisher. Viele Grüße, Ulla

  3. Ja, bei mir war es auch Physik 😉
    Danke für deine interessanten und hilfreichen Beiträge.

  4. Hallo, mein gefürchtetes Fach in der Schule war wohl Musik. Da hab ich mir immer wieder anhören müssen, dass ich schief singe und da nicht könne. Auch die Notenlehre war für mich nicht nachvollziehbar. Ein Instrument habe ich folgerichtig nie gelernt. Aber mein Sohn darf jetzt Gitarre lernen, was er mit mehr oder weniger Begeisterung tut. Immerhin kann er Noten lesen und zeitgleich spielen. Dafür singe ich jetzt doch ganz gerne und in einer großen MEnge fällt es auch nicht auf, wenn ich nicht jeden Ton genau treffen. Spaß macht es trotzdem.
    Das Buch wäre klasse. Wir kämpfen hier gerade immer mit den Hausaufgaben und Lernen in der Grundschule :-(. Da sollten langsam mal positivere Spiegelneuronen aktiviert werden.
    Liebe Grüße
    Cornelia

  5. Frau Birkenbihl ist grandios! Meine Wackelfach war Mathe. Wäre schön, wenn ich das meinen Kindern ersparen könnte!

  6. Vera Birkenbihl ist eine grandiose Frau, die (vermeintlich???) komplizierte Wissenschaft lebenspraktisch und sehr unterhaltsam verständlich macht!👍👍👍

  7. Hey, zu den Spiegelneuronen hätte ich eine Frage, bzw. Würde mich deine Meinung interessieren. Mein Sohn ist 9 und seit ein paar Monaten wissen wir dass er dass Aspergersyndrom hat. Ich habe nun schon einiges dazu gelesen. Bei Autisten scheint ja etwas mit gerade diesen Spiegelneuronen nicht so zu funktionieren, wie bei Neurotypischen Menschen. Beim Lesen des Artikels bin ich in Gedanken viele Situationen bei uns durchgegangen. Ich frage mich was bedeutet das für uns.? Was könnte ich beim Lernen anders machen?

    Vielleicht kannst du ja dazu noch mal was schreiben? Wäre toll. Liebe Grüße aus Bayern

    1. Gute Frage. Wir haben ja auch einen Asperger. Schau auch mal da: Alle Artikel zum Thema Asperger
      Vielleicht funktioniert Punkt 1 nicht so – das Zusehen. Aber selbst tun, daran denken und hören funktioniert bestimmt gut. Unser Asperger kann sehr viel über reines Zuhören aufnehmen. Darum bemühe ich mich, dass ich zum Beispiel immer wieder – humorvoll und nicht zu verkrampft (funktioniert leider nicht immer) – Latein in den Alltag einfließen lasse. In dem ich zum Beispiel den Kopf (caput) über Cäsar schüttle.
      Keiner behauptet, dass es einfach ist – leider. Aber es geht. Langsam.
      lg Birgit

  8. Liebe alle! Danke für eure Teilnahme! Das Buch ist echt nicht teuer – holt es euch, es zahlt sich aus!
    And the winners are:
    Doris und JudithV! Herzliche Gratulation!
    Ich sende euch gleich ein Mail und werde um eure Postanschrift bitten, damit das Buch zu euch auf die Reise gehen kann.
    lg Birgit

  9. Hallo, vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag. Ich bin neu auf ihrer Seite und mit 2 Schulkindern echt sehr interessiert an Tips, denn man lernt wahrhaftig nie aus…ich versuche mich immer weiterzubilden, hauptsächlich mit Büchern zu diesen Themen, doch wir sind eine fünfköpfige Familie und da ist das Geld für Bücher nicht immer drin, leider…ich bin nicht bei Facebook oder Instagram, aber ich hoffe dennoch auch so auf ein solches Exemplar ☺️

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