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Prüfungsangst bei Kindern: Was wirklich hilft

Prüfungsangst bei Kindern: Was wirklich hilft

Wer kennt das nicht? Dieser riesengroße Kloß im Hals, wenn eine Prüfung ansteht. Während Lampenfieber und Nervosität noch ganz normal sind, kann Prüfungsangst und Panik stark behindern.
Und dann gibt es auch noch das gefürchtete Blackout. Ich selbst hab eines erlebt – ausgerechnet bei meiner Diplomprüfung.
Tipps und Tricks wie eure Kinder Stress, Nervosität, Prüfungsangst und Blackouts in den Griff bekommen können:

Prüfungsangst wurde meist unbewusst erlernt. Stresshormone (Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin) führen das Regiment im Körper an. Diese Hormone aktivieren den Körper, beeinträchtigen aber unsere Denkleistung. Beim Angriff eines Säbelzahntigers ist das absolut lebensrettend – in einer Prüfungssituation ist es aber nur mäßig hilfreich. Mit diesen Strategien können Kinder einer Panik vorbeugen bzw. im Falle des Falles richtiges Reagiern einüben.

15 Tipps gegen Prüfungsangst

  1. Nicht bis zuletzt lernen

    Der altbekannte Tipp lautet: Rechtzeitig zu lernen beginnen und es am Schluss nicht übertreiben. Speziell der Schlaf ist wichtig: Im Schlaf lernt das Gehirn. Zu wenig Schlaf verhindert, dass sich das Gelernte setzen kann. Außerdem sinken Aufnahmefähigkeit und Belastbarkeit – das leistet einer Panik Vorschub.

  2. Bewegung machen

    Körperliche Bewegung macht den Kopf frei und baut Stress ab. Auch die Durchblutung wird angeregt – die Versorgung des Gehirns ist also gewährleistet. Ergo: Vor der Prüfung einen kleinen Spaziergang machen.

  3. Die richtigen Rahmenbedingungen

    Ein leichtes Frühstück, ausreichend Trinken und die richtige Kleidung können enorm helfen. Wohlfühlen ist angesagt.

  4. Stopp!

    Wenn die Angst aufsteigt, hilft es zu denken: Stopp!
    Klingt banal, funktioniert aber.

  5. An etwas Schönes denken

    Ebenso banal, aber ebenso wirkungsvoll: Statt sich in die momentane Situation hinein zu denken, lieber an etwas Schönes oder Lustiges denken. Zur Not einfach einen

  6. Leichtes zuerst

    Beginnen Sie mit den leichtesten Aufgaben. Viel besser, als die Klausur der Reihe nach zu lösen, ist es, sich gezielt Aufgaben zu den Themen rauszusuchen, die leicht fallen und die man gut beherrscht.

  7. Atmen!

    Angst verursacht schnelle und flache Atmung. Das beeinträchtigt jedoch auch die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Darum also besser bewusst tief und langsam durchatmen. Am besten die Hände knapp unterhalb des Nabels auflegen und dort hinatmen.

    Prüfungsangst bei Kindern vorbeugen und lindern: 14 Strategien, wie Eltern ihren Kindern helfen können, um dieser Schulangst zu begegnen

  8. Körperliche Anspannung abbauen

    Eine wunderbare Entspannungsmethode ist die progressive Muskelrelaxation. Hier werden einzelne Muskeln gezielt angespannt und dann wieder entspannt. Also einfach z.B. die Hände mehrmals zur Faust ballen und dann wieder loslassen. Ebenfalls sehr wirkungsvoll: Ganz bewusst mit den Zehen wackeln.
    Das Schöne daran: es wirkt doppelt: Durch die Konzentration auf den Körper wird man abgelenkt, An- und Entspannung mindert Stresshormone.

  9. Grinsen!

    Wir können den Stresshormonen gezielt Glückshormonen entgegensetzen. Einfach einige Sekunden lang ein breites Grinsen aufsetzen – und schon werden Glückshormone ausgeschüttet. Und die Gedächtnisleistung kehrt zurück. Funktioniert wirklich!
    Siehe auch: Power Posing für Kinder

  10. Sich selbst Mut zusprechen

    Passenden Affirmationen und positiven Worte für sich selbst können den Stresslevel senken. Wie wäre es zum Beispiel damit:
    Ich habe mich gut vorbereitet. Ich werde es schaffen!

  11. Positive Erinnerung

    Erinnert euch an eine ähnliche Situation, die schon erfolgreich bewältigt wurde. Das stärkt das Selbstvertrauen. Je lebendiger diese Erinnerung gespürt wird, desto besser.

  12. Energieräuber und Hyperventilierer meiden

    Es gibt sie tatsächlich: Leute, die uns mit ihren eigenen Emotionen anstecken. Sie prophezeien Katastrophen und verbreiten Angst. Weg davon!

  13. Talisman mitnehmen

    Nimm etwas mit in die Prüfungssituation, woran du dich “festhalten” kannst und das dir ein gutes Gefühl vermittelt: das kann ein Talisman sein oder ein spezieller Stift.

  14. Aufrecht stehen oder sitzen

    Die richtige Körperhaltung hat eine Auswirkung auf unsere psychische Verfassung – das sollten wir nicht unterschätzen! Aufrechtes Sitzen oder Stehen macht uns größer und selbstbewusster.

  15. Relativieren: Wie “gefährlich” ist es wirklich

    Im Endeffekt ist alles nicht so schlimm. Was kann schlimmstenfalls passieren? Und welcher Hahn kräht nach zwei, drei Jahren noch danach?

Ätherische Öle

Auch ätherische Ölen können in solchen Situationen (und beim Lernen davor) helfen: Tipps zur Verwendung und welche Öle in welchen Situationen helfen können: Ätherische Öle für Kinder

Horrorszenario Blackout: Was tun?

Das Horrorszenario schlechthin ist wohl ein Blackout. Das Gedächtnis ist beeinträchtigt, alles ist wie weggewischt – nichts geht mehr … Die gute Nachricht: Das geht vorbei.

Ich kenne diese Situation nur zu gut – ausgerechnet bei der Diplomprüfung hat es mich erwischt. Diese Tipps habe ich beherzigt:

  • Durchatmen: Durchatmen mit langem Ausatmen hilft dabei, ruhig zu bleiben und die Kontrolle wieder zu erlangen.
  • Prüfer informieren: Prüfer kennen Blackouts nur zu gut. Ich habe den Prüfer informiert, dass ich seine Frage beantworten kann, dass ich das weiß – ich es im Moment nur nicht abrufen kann. Er weiß, dass ich es weiß … Er hat mir Zeit gegeben und mir mit gezielten Detailfragen wieder auf die Sprünge geholfen.

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Muttis Nähkästchen

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Danke für diesen hilfreichen Beitrag, dem ich – wenn ich darf – gerne ein paar Aspekte hinzufügen möchte.

    Denn zu dem Punkt „Beim Angriff eines Säbelzahntigers ist das absolut lebensrettend – in einer Prüfungssituation ist es aber nur mäßig hilfreich“ habe ich eine andere Meinung.

    Neurologische Studien haben inzwischen gezeigt, dass in dem beschriebenen Zustand leichter Prüfungsangst das Gehirn in eine Art „Notfallmodus“ schaltet, um sein „Überleben“ zu sichern. Und da ist das menschliche Gehirn über die vergangenen Generationen an Menschen, die Prüfungen ausgesetzt waren, ganz schön anpassungsfähig geworden, weshalb es hier nicht nach Möglichkeiten sucht, bspw. den Prüfungssaal zu verlassen oder die Prüfung zu schmeißen, sondern weshalb es alle Kapazitäten abruft, damit die Prüfung bestmöglich absolviert wird. Heißt praktisch: die Konzentrationsfähigkeit steigt massiv; Gelerntes kann viel einfacher abgerufen werden; Flüchtigkeitsfehler passieren nachweislich um bis zu 80% weniger häufig etc.

    Infolgedessen versuche ich es mit Menschen, die mit Prüfungsangst zu tun haben (ich biete einen Online-Kurs an, bei dem ich nahezu täglich mit solchen Menschen in Berührung komme, aber das nur als Info – soll schließlich keine Schleichwerbung werden…), immer als Allererstes mit einem Umdenken:

    Wieso die Prüfungsangst (sofern sie eben keine Blackouts verursacht oder so lähmend wird, dass die zunächst positiven Faktoren dann wiederum ins Negative umschlagen) also nicht einfach als angenehmen Begleiter ansehen? Quasi die Nervosität begrüßen, indem man sich freut, dass man seine Bestleistung nun definitiv abliefern können wird. Und wer gut genug gelernt hat, wird diese nervösen Gefühle in etwas Positives verwandeln können. Nicht umsonst wird auch der Schauspieler im Theater durch sein Lampenfieber erst so richtig textsicher, während der „alte Hase“, dem das nicht mehr so viel ausmacht, sich viel häufiger verhaspelt.

    Lange Rede, kurzer Sinn, ich würde mich über Austausch zu diesem spannenden Thema freuen – gerne auch bei mir im Blog, wo ich vor geraumer Zeit auch mal einen Beitrag zur Prüfungsangst erstellt habe, der einerseits meine hier dargestellten Gedanken unterstreicht, der aber andererseits auch ein paar praktische Tipps, wie hier dargestellt, aufweist: https://ausbilderschein24.de/ausbildereignungspruefung-pruefungsangst/

    Herzliche Grüße
    Dennis

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