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Urlaub ohne Kinder: wichtig oder tabu?

Urlaub ohne Kinder: wichtig oder tabu?

Endlich Urlaub! Und der Fortpflanz bleibt daheim!?!
Ja, geht das denn? „Dürfen“ Eltern ohne ihre Kinder verreisen? Wollen sie überhaupt?
Tut das gut? Und wenn ja – wem? Oder schadet es?
Antworten darauf gibt eine aktuelle Umfrage. Mit dabei: eine Checkliste für einen gelungenen Urlaub ohne Kinder.


Zwischenruf in eigener Sache:

Liebe Leute!
Willkommen am Familienblog "Muttis Nähkästchen"

Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

Für alle, die uns noch nicht kennen: Hier plaudern Birgit und Christine aus dem Nähkästchen und schreiben über das (Über-)Leben mit Kindern. Wir bemühen uns um wertvolle Inhalte, die euch wirklich weiterhelfen. Außerdem haben wir immer wieder feine Sachen für euch zu verlosen.

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Voraussichtliche Lesedauer: 11 Minuten

Für viele Mütter und Väter ist es aber nicht so leicht, sich mit dem Gedanken an einen Urlaub ohne die eigenen Kinder anzufreunden. Eine Reise ohne Kinder lange Zeit ist doch irgendwie verpönt – oder? Doch ohne die Kinder zu verreisen, hat seine Vorteile und kann sogar die mentale Gesundheit stärken. Ganz gleich, ob alleinerziehend oder in einer Partnerschaft – es ist möglich, ohne schlechtes Gewissen allein zu verreisen. Laut Daten der GfK treten jede zweite Urlaubsreise zwei Personen ohne Kinder an.


Reisen ohne Kinder: wichtig oder tabu? Inkl. Checkliste für einen gelungenen Urlaub ohne Kinder


Warum überhaupt Urlaub ohne Kinder?

Ich gestehe! Wir haben es schon vor vielen Jahren gemacht: Wir waren dann mal weg – ohne Kinder und ganz ohne schlechtes Gewissen. Damals waren die Kinder 3 und 6 Jahre alt. Und es tat SOOOO GUT! Und seither sind wir regelmäßige „Wiederholungstäter“. Und tatsächlich merken wir es an unserer Belastbarkeit, wenn wir diese Pärchen-Auszeit mal auslassen mussten!

Warum wollen bzw. sollen Eltern überhaupt ohne Kinder in den Urlaub fahren?
Dafür gibt es eine ganze Menge guter Argumente:

Urlaub ohne Kinder

Bildquelle: Urlaub ohne Kinder – wieder mehr Zeit zu zweit

  • Für die mentale Gesundheit der Eltern ist es wichtig, auch Zeit ohne ihre Kinder zu verbringen.
  • „Zeit für mich allein“ ist eines der größten Bedürfnisse von Eltern, wird aber selten realisiert.
  • Der gesellschaftliche Druck auf Eltern nimmt zu.
  • Das Wohlbefinden der Eltern ist eng mit dem der Kinder verknüpft.
  • Auch im europäischen Vergleich sehnen sich Eltern nach einer Auszeit ohne Kinder.

Boomender Trend: Erwachsenenhotels

Ein spannendes Indiz für das steigende Interesse an Erwachsenenhotels (sowohl von Eltern als auch kinderlosen Paaren und Singles) – nicht nur in Deutschland, sondern europaweit – sind die steigenden Google-Suchanfragen. Der Trend ist unverkennbar: Zwischen Juni 2015 und Juni 2020 nahmen in Deutschland die Google-Suchen nach dem Urlaubsbegriff „Erwachsenenhotel“ um mehr als 315 % zu.

In dem gleichen Zeitraum nahmen in den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und in Spanien die Suchanfragen auf Google zu den jeweiligen Suchbegriffen jeweils um 742 %, 515 % und 125 % zu. In Frankreich gab es zwischen Juni 2016 und Juni 2020 immerhin 55 % mehr Suchen nach Erwachsenenhotels („hôtel pour adultes“). (Quelle: SEMrush)

Urlaub ohne Kinder

Bildquelle: Urlaub ohne Kinder – wieder mehr Zeit zu zweit


Warum Reisen ohne Kinder für viele noch immer ein Tabu ist

Trauen sich Eltern nicht, ihre Kinder allein zu lassen, oder beeinflusst sie auch die Angst vor gesellschaftlicher Missbilligung? Woran liegt es, dass der Urlaub ohne Kinder noch immer noch nicht so richtig salonfähig ist?

In den letzten Jahrzehnten nahmen Kinder und deren Erziehung eine immer zentralere Rolle ein – sowohl in der Gesellschaft als auch im Leben der Eltern selbst. Familien wenden einen Großteil ihrer Energie dafür auf, das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Daten der AOK-Familienstudie ergeben, dass sich die Bindung zwischen Eltern und Kind in den letzten Jahrzehnten intensiviert hat. Ein wichtiger Grund dafür ist der Anspruch, Kindern eine behütete und glückliche Kindheit zu bieten.

Sich temporär von seinem Kind zu trennen und die komplexe Fürsorge zu pausieren, fällt dabei oft nicht leicht. Schließlich kommen zu den eigenen Erwartungen und Pflichtgefühlen auch noch die der Gesellschaft dazu. Aus einer Umfrage geht hervor, dass fast jeder Fünfte den Druck „besonders gut sein zu müssen“ durch die Gesellschaft verspürt. Gleichzeitig steigt auch die Belastung für Familien: 87 % der Befragten in einer repräsentativen Eltern-Studie fällt es zunehmend schwer, Beruf und Privatleben miteinander in Einklang zu bringen.

Der gesellschaftliche Druck auf Eltern nimmt zu

Urlaub ohne Kinder

Bildquelle: Urlaub ohne Kinder – wieder mehr Zeit zu zweit

  • Ein Fünftel der befragten Eltern spürt gesellscahftlichen Leistungsdruck.
  • Die Hälfte der Eltern identifizieren als Hauptgrund für den Druck die Erwartungen an sich selbst.
  • Für ganze 87 Prozent hat der Druck auf die Familien über die Jahre zugenommen.
  • 40 Prozent der Eltern sind häufig bis sehr häufig Stress ausgesetzt.
  • Ein Drittel fühlt sich im Familienalltag (oft bis fast täglich) gestresst.
  • 93 Prozent der Eltern wollen ein gutes Vorbild sein.

Mentale Gesundheit:
Warum wir eine Auszeit brauchen

Es ist wichtig, als Paar zu verreisen und romantische Auszeiten zu erleben. Eines der wohl größten Probleme, dem Eltern dauerhaft ausgesetzt sind, ist der wachsende Stress und die fehlende Zeit als Paar.

Die Reihenfolge ist traditionell, gesellschaftlich und medial festgelegt: Verliebt, verlobt, verheiratet, Kinder. Sobald das erste Kind da ist, stellen Eltern automatisch viele persönliche Bedürfnisse hinten an. Frühere Fokuspunkte wie Karriere, Hobbies, Freundschaften, Partnerschaft oder Reisen spielen von nun an häufig die zweite, dritte oder vierte Geige, „müssen“ aber dennoch gepflegt werden. Der Druck, alles unter einen Hut zu bekommen, erhöht sich. Der Druck kommt dabei nicht selten von den Eltern selbst.

Laut einer Umfrage der KKH sind 40 % der Eltern häufig bis sehr häufig Stress ausgesetzt. Als einen der Hauptgründe dafür gibt die Hälfte der befragten Eltern die hohen Erwartungen an sich selbst an. Dies beinhaltet unter anderem, ein gutes Vorbild für die Kinder zu sein (93 %). Außerdem sind viele Eltern verunsichert: Ein Drittel fühlt sich im Erziehungsalltag oft bis fast täglich gestresst. Die Hälfte immerhin gelegentlich.

Welche Wünsche verwirklichen Eltern tatsächlich, um den Stress im Familienalltag zu reduzieren? Die Top Fünf der unrealisierten Wünsche zeigen, wie es in der Praxis aussieht: Obwohl das Bedürfnis nach mehr „Zeit für mich allein“, „freier Zeit/Urlaub“ und „kinderfreier Zeit mit dem Partner“ so groß ist, gehören diese Aspekte noch immer zu den Top Drei der unrealisierten Wünsche.

Was Eltern bei der stressigen Alltagsbewältigung helfen würde – und was sie am Ende realisieren

Urlaub ohne Kinder

Bildquelle: Urlaub ohne Kinder – wieder mehr Zeit zu zweit


Und die Kinder?
Wollen Kinder auch ohne Mama und Papa verreisen?

Auch Kinder wünschen sich Freizeit ohne die Eltern – und das schon recht früh (ab neun Jahren). Erfahrungen mit Urlaub ohne Eltern haben schon knapp 38 % der befragten Kinder im Alter in dem angesprochenen Alter gemacht. Bis zum 17. Lebensjahr steigt die Anzahl der Kinder, die bereits ohne die Eltern verreist sind, auf 60 Prozent an.

Bei Teenagern ist der Wunsch nach Urlaub ohne Eltern naturgemäß stark ausgeprägt. 83 % der befragten Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren gaben an, schon ein oder mehrere Male ohne Eltern in den Urlaub gefahren zu sein. Nicht nur für die Eltern bedeutet ein Urlaub ohne Kinder Zeit zum Durchatmen – auch die Kinder erhoffen sich von einer Reise ohne Eltern Erholung und Entspannung (81 %).

Siehe dazu auch: Packliste für alleinreisende Minderjährige


Alle profitieren – 5 Gründe für einen getrennten Urlaub

Urlaub ohne Kinder

Bildquelle: Urlaub ohne Kinder – wieder mehr Zeit zu zweit

Experten-Tipp:

„Je kleiner die Kinder sind, desto kürzer kann die Auszeit sein. Bei kleinen Kindern treten die eigenen Bedürfnisse zurück. Hier ist es möglich, mal zusammen einen Spaziergang zu machen, Essen zu gehen … Wenn es zuverlässige Menschen gibt, die in dieser Zeit die Kinder betreuen.

Sind die Kinder älter, sind natürlich auch längere Pausen, sogar ein Urlaub möglich. Es ist schwierig, hier ein Alter zu nennen. Es hängt von der Reife der Kinder ab, vom Helikopterelternstatus (also von der Fähigkeit, loszulassen und Kinder eigene Erfahrungen machen zu lassen). Von der Entwicklung und natürlich auch von der Anzahl der Lebensjahre. Menschen sind aber unterschiedlich. Große und Kleine. Deshalb ist es ganz gut, erst mal klein – und vor allem früh – zu beginnen.“

Ulric Ritzer-Sachs, Dipl. Sozialpädagoge
Erziehungsberater und seit 14 Jahren bei der bke-Onlineberatung


Was machen eigentlich Eltern im Urlaub ohne Kinder?

Das wünschen sich Eltern von einem Urlaub ohne Kinder:

Urlaub ohne Kinder

Bildquelle: Urlaub ohne Kinder – wieder mehr Zeit zu zweit


Checkliste für einen gelungenen Urlaub ohne Kinder

#1 Redet mit euren Kindern

Wenn ihr einen Urlaub plant, ist es wichtig, die Kinder einzuweihen. Lasst sie wissen, dass ihr euch darauf freut, Zeit mit eurem Partner zu verbringen. Es ist gut für Kinder, wenn sie sehen, dass ihre Eltern ihre Beziehung schätzen und pflegen.

#2 Bleibt stets in Verbindung

Wenn eure Kleinen zu Trennungsangst neigen, meldet euch ruhig öfter als einmal am Tag bei eurem Kind. Abends eine Gute-Nacht-Geschichte oder das „Guten Morgen“ beim Aufstehen – das kann den Trennungsschmerz schon lindern.

#3 Vertrauensperson auswählen

Im ersten Schritt gilt es, eine Kinderbetreuung bei jemandem einzurichten, bei dem sich Ihre Kinder wohl fühlen. Das können Familienangehörige, gute Freunde oder vertraute Nachbarn sein.
Siehe auch: Babysitter gesucht: Worauf Eltern achten sollten

#4 Reiseinformationen, Ersatzschlüssel und Bargeld

Alle wichtigen Reiseinformationen sollten für die Betreuer zur Verfügung stehen. Dazu gehören: Reiseroute und -zeitraum mit An- und Abreisezeit, Aufenthaltsort mit Adresse sowie wichtige Telefonnummern.

#5 Einverständniserklärung & Formulare

Einverständniserklärung/ Medizinisches Genehmigungsformular: Im Falle eines Falles kann die Betreuungsperson mit einer Einverständniserklärung für die Behandlung des Kindes sorgen.
Vorlagen dafür gibt es im Internet.

#5 Versicherungskarten & wichtige Dokumente

Klärt mit der Betreuungsperson, wo sich Versicherungskarten und wichtige Dokumente befinden. Gebt ebenfalls die Kontakte vom Kinderarzt und von weiteren Personen im privaten Umfeld weiter.


Erwachsenenhotels sind perfekt auf die Bedürfnisse von Paaren zugeschnitten und damit der ideale Ort für den nächsten Romantikurlaub. Hier können Eltern ganz ohne Kinder die Zweisamkeit genießen, Energie tanken und sich schon auf die Wiedervereinigung mit den Kleinen zu Hause freuen.

Mehr dazu + die Top 5 der beliebtesten Destinationen für die Zweisamkeit: https://www.tui.com/urlaub-ohne-kinder/


Ideen für Auszeiten ohne Kind


Reisen ohne Kinder: wichtig oder tabu? Inkl. Checkliste für einen gelungenen Urlaub ohne Kinder

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Birgit

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

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