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Ein Morgen in der Großfamilie: Ohne Teamwork geht es nicht

Ein Morgen in der Großfamilie: Ohne Teamwork geht es nicht

Ich werde oft danach gefragt, wie ich es schaffe, dass hier sechs Personen pünktlich und vollständig vorbereitet das Haus verlassen. Tja – ICH schaffe das gar nicht, denn wie bei so vielen Dingen in einer Großfamilie ist hier Teamwork gefragt! Gut geplant muss aber dennoch alles sein.

Einfach ist das Ganze in einer Großfamilie wirklich nicht. Sechs Personen haben Hunger (auf völlig unterschiedliche Dinge versteht sich), müssen sich einkleiden, ihre Sachen zusammenpacken und an die verschiedensten Orte verfrachtet werden. Alleine und ohne die richtige Planung ein Ding der Unmöglichkeit!

 

Ein Morgen in der Großfamilie

 

Planung ist das halbe (Über-)Leben – nur so klappt der Morgen in der Großfamilie ohne vielen Zwischenfällen

Die Vorbereitungen für den Morgen starten hier bereits am Vorabend. Nach einem Blick auf die Stundenpläne der Schulkinder, den Wochenplan des Kindergartens und den Wetterbericht wird in penibler Abstimmung mit den großen Kindern (man weiß ja nie ob Spiderman noch cool ist – auch wenn er es letzte Woche noch war) die Kleidung für alle vier Lieblinge zurechtgelegt. Natürlich muss immer das richtige Gewand am richtigen Fleck liegen – sonst ist der erste Geschwisterstreit schon vorprogrammiert – es könnte ja sein, dass Kind 1 versehentlich die Socken von Kind 2 mit seinem Stapel mitnimmt und dann irgendwo liegen lässt oder gar berührt.

Während die Kinder baden oder duschen, befülle ich auch schon die Waschmaschine für den nächsten Morgen und mache die Kinderzimmer und das Wohnzimmer wieder brauchbar für die Nacht (also keine Mengen an Legosteinen, die in der Finsternis der Nacht Tretminen gleichen)!!!!!

Auch in der Küche werden die nötigen Schritte getätigt. Die frisch gesäuberten Jausenboxen und Trinkflaschen werden schon mal bereit gestellt um in der Früh Zeit zu sparen. Danach werden Schultaschen und sonstige Rucksäcke durchkontrolliert. Morgens ist für solche Details wirklich keine Zeit mehr.

Strikter Zeitplan am Morgen

Bedingt durch meine Anwesenheitspflicht am Morgen bei der Stillmahlzeit der Jüngsten, steht hier der Mann des Hauses als erstes auf und bringt seine Hygienemaßnahmen hinter sich. Um 6:20 ist er fix und fertig und begibt sich in die Küche. Ja – hier hat der Papa in der Früh den Küchendienst über. Er bereitet die Jause für die drei Kinder zu, die außer Haus gehen und richtet das Frühstück. Mittlerweile ist er schon sehr geübt in dieser Tätigkeit und weiß genau, wer die Äpfel in Spalten und wer sie vermischt mit Haferflocken und Joghurt auf dem Frühstückstisch vorfinden will. Auch bei der Jause ist das hier nicht so einfach. Ein Kind isst nur Käse am Brötchen, das andere Kind fast nur Obst und das dritte Kind nur Brot ohne Rinde und alles in mundgerechten Happen.

Ohne Teamwork geht es am Morgen in der Großfamilie nicht

Während sich der Papa also in der Küche abrackert, befinde ich mich im Rest der Wohnung, schalte gleich zu Beginn die Waschmaschine ein und kümmere mich um die vier Mäuse. Schon das Aufwecken kann an manchen Tagen meine kompletten Energiereserven von der Nacht aufbrauchen. Kind 1 rollt sich ganz teeniemäßig fest in seine Decke ein und kann nur mit offenem Fenster und greller Beleuchtung aus seiner Höhle katapultiert werden. Kind 2 ist so und so nicht ansprechbar und Kind 3 behauptet oft so lange, dass es noch nicht in der Früh ist bis das Ganze in einem ausgewachsenen Wutausbruch endet. Das Baby wird unter lautstarkem Protest schnell angezogen und im Hochstuhl als Zuseher zu Papa in die Küche verfrachtet.

Im Bad geht der Wahnsinn weiter: Dreimal Zähneputzen, dreimal beim Anziehen helfen, dreimal eincremen, eine coole Gelfrisur für den Sohnemann und zweimal eine Mädchenfrisur. Flechtwerk steht hoch im Kurs – ist aber nur an Tagen machbar, an denen wir wirklich sehr pünktlich aus dem Bett kommen. Haarspray und Läuseabwehrspray dürfen auch nicht fehlen – dann dürfen auch diese drei Mäuse Richtung Wohnzimmer wandern.



Für die Mama einer Großfamilie bleibt am Morgen nicht viel Zeit

Sind alle vier Kids bereit für den Tag habe ich ein paar Minuten für meine eigene Körperpflege. Haare waschen und duschen ist aber so gut wie nie drinnen. Auch das muss im Moment immer schon am Vorabend erledigt werden. Während der Göttergatte dann schon alle Jausenboxen und Trinkflaschen in die Schultaschen und Rucksäcke verteilt, eile ich dann von Raum zu Raum reiße die Fenster zum Lüften auf, mache die Betten und sammle Pyjamareste ein.

Setze ich mich an den Frühstückstisch ist der Mann des Hauses schon am Sprung in die Arbeit – im Rucksack die Lunchbox für Mittag, die ich immer gleich nach unserem Mittagessen für ihn fertig mache. Nach dem Frühstück räume ich sofort den Geschirrspüler ein und starte diesen gleich und gebe meist auch gleich die fertige Wäsche (in der Früh gibt’s immer ein Schnellprogramm mit 30Grad – reicht auch!) in den Trockner.

Unvorhergesehenes kommt am Morgen immer dazwischen

Meist folgen dann noch ein paar unvorhersehbare Verzögerungen – ein dringender Toilettengang, eine zerstörte Frisur, die Suche nach einem Stofftier, das genau heute mit in den Kindergarten muss, eine verlorene Haube o.ä.! Eigentlich bricht am Schluss immer noch einmal das Chaos aus und ich hetze leicht genervt durch die Wohnung. Irgendwann ist es dann so weit und ich schleppe 5 Jacken, 5 Hauben und die Babyschale ins Wohnzimmer. Da ist genug Platz, dass wir uns alle gleichzeitig anziehen können und nach wenigen Minuten sind wir bereit. (Nicht selten müssen wir dann noch einmal umdrehen, weil sich ein Schulkind z.B. ohne Schultasche auf den Weg macht.)

Abmarsch Richtung Schule und Kindergarten am Morgen

Danach ist unser Ablauf nicht immer gleich. Entweder ich packe die zwei Kleinen in den Radanhänger und marschiere mit den Großen in die Schule (wir haben einen sehr gefährlichen Schulweg und unsere Schulanfängerin kann ich noch nicht alleine gehen lassen). Bei dieser Variante brauche ich viel Zeit am Vormittag, weil ich dann wieder zu Fuß nach Hause muss um dann mit den Minis ins Auto umzusteigen – der Weg in den Kindergarten ist für die Jüngste nämlich zu weit – da würde sie sich die Seele aus dem Leib schreien. Die einfachere Variante: Eine liebe Nachbarin und Freundin begleitet ihre Tochter zur Schule und ich kann meine Schulkinder einfach nur über die Straße begleiten und dann mitschicken. So kann ich direkt zum Kindergarten fahren und erspare mir viel Geweine und viel Zeit.

So – geschafft!!!!

Mit einem ausgefeilten Plan, guter Vorbereitung und perfektem Teamwork ist die Sache auch in einer Großfamilie super machbar. Aber wehe, wenn ein Kind oder ein Elternteil krank ist – dann läuft nichts mehr wie es soll. Aber das ist ja ein anderes Thema. :-)



Helft ihr in der Früh auch gut zusammen oder müsst ihr als Mama die ganze Arbeit alleine stemmen? Ich glaube ohne meinen Mann müsste ich um 5 Uhr aufstehen.

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Christine

Christine, chaotische Mama von 4 Kids berichtet hier als Co-Bloggerin vom Leben zwischen Babybrei und Vorpubertät! Der Social-Media Name "Die lauten Nachbarn" ist hier täglich Programm. Folgt uns gerne auch auf Instagram und Facebook!

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