Zugegeben, es gibt bedeutend wichtigeres, über das sich Jugendliche den Kopf zerbrechen könnten. Aber wenn sie mal aus ihrer Generationenblase lugen, dann finden sie einiges höchst SELTSAM an Eltern und anderen „älteren Leuten“. Manches finden sie „cool“, vieles aber auch abartig „nervig“ und anstrengend.
Überraschende Ergebnisse aus einer aktuellen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung:
Voraussichtliche Lesedauer: 11 Minuten
Dass Jugendliche nicht viel mit den Werten und der Lebensweise älterer Generationen anfangen können, ist bei weitem nicht neu. Neu ist jedoch, dass sich die heutigen Jugendlichen quasi aus dem Generationenkonflikt ausgeklinkt haben. Die Millenials reiben sich nicht an den Lebensweisen der Altvorderen. Sie benutzen ihre Lebensweise nicht dazu, eine Kampfansage an ihre Eltern zu platzieren. Auch wollen sie nicht unbedingt progressiver oder schräger sein als die Vorgängergeneration. Heißt also: Eltern sind weder Feindbild noch Vorbild.
Inhaltsverzeichnis

Die Generationenblase
Es gibt aktuell keine progressive Jugendbewegungen, sondern vielmehr viele kleine Lifestyle-Communities, die „Gleichgestylten“ vorübergehend eine kulturelle Heimat bieten. Es gibt heute keinen Generationenkonflikt, aber auch kein großes Miteinander. Rückzug in die eigene Generationenblase ist angesagt – und zwar sowohl bei Alt wie auch bei Jung. Das führt jedoch auch zu einer „Verinselung“ der Generationenperspektiven: Die eine Generation hat relativ wenig Einblick in den Alltag der anderen.
Heißt: Der Generationenkonflikt bleibt aus.
Das verbessert aber das Generationenverhältnis nicht.
Eher im Gegenteil …
Umso mehr Grund, einmal genauer zu betrachten, was die heutige Jugend über die Erzeugerfraktion denkt. Was Jugendliche an uns Eltern und „älteren Leuten“ cool finden – und was sie total nervt:
Das nervt die Jugendlichen
Gespräche
Die Inhalte finden Sie zäh und langweilig. Jugendliche finden, dass ältere Leute zu viel und zu lange reden. Und bitte bloß nicht über Zukunftsplanung reden – anstrengend!
Zu viel Körperkontakt
Tätscheln, drücken und herzen ist out – aber sowas von! Jugendliche finden das distanzlos und unangenehm.
Grantelnde, besserwisserische Alte
„Was wisst ihr schon?“ Tja, lasst eure wohlmeinenden Ratschläge lieber stecken … und den moralischen Zeigefinger sowieso. Ein absolutes No-go! Und generell: Ältere Leute jammern zu viel! Wohl wahr …
Juvenile Erwachsene
„Mid-Agers“, sie in Sachen Lifestyle (Sprache, Kleidung, Freizeitinteressen) einen auf Jugend machen wollen, werden als „anstrengend“ empfunden. Zwar wollen die Jugendlichen auch keine altmodischen Eltern – weil nicht herzeigbar -, aber bemüht jugendliche Alte werden genauso abgelehnt.
Was Jugendliche cool finden
Skurriles mit Nostalgiefaktor
Interessanterweise wir hier KOCHEN und BACKEN genannt. Au weia! Auch genannt in dieser Kategorie: Gespräche in der Straßenbahn – schräg, nicht wahr? Wo doch sonst alle lieber ins Smartphone gaffen.
Unkonventionalität
Wenn ältere Leute vorzeigen, dass älter werden nicht automatisch langweilig werden bedeutet. Durchaus nicht abgeneigt sind die Jugendlichen dem Charme der „anderen Perspektive“ – aber Vorsicht! Ja nicht in die Besserwisserei abgleiten – siehe oben.
Dankbarkeit
Jugendliche finde die Dankbarkeit, die ältere Leute ausstrahlen, wenn sie Zeit mit ihnen verbringen, cool.
Quelle: Beate Großegger (2017). Welcome to the Bubble. Millennialblasen, Kontaktbarrieren, Generationen-Frames und ihre Folgen – Dossier des Instituts für Jugendkulturforschung/generationlab, Wien.
Muttis Fazit
Ich sollte wieder mal skurril nostalgisch sein und etwas backen. Am besten mit den Kids.
Und: Oh, ja … die Dankbarkeit. Wäre so wichtig im Leben – vielleicht das wichtigste Lernziel überhaupt …
Siehe auch:
- Unverzichtbares Know-how für Eltern: Das Pubertier und andere wilde Kreaturen
- Ultimatives Know-how für coole Eltern: Aktuelle Schulhof-Trends
- Du Opfer! Vong Jugendsprache her.
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