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Frauensolidarität: Warum wir Mütter einander nicht (mehr) das Leben schwer machen sollten

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Frauensolidarität: Warum wir Mütter einander nicht (mehr) das Leben schwer machen sollten

Warum machen gerade Frauen einander das Leben so schwer – besonders Mütter untereinander? Zwischen subtilem Mom-Bashing, schmerzhaften Urteilen und ehrlicher Selbstreflexion erzählt dieser Blogbeitrag von einem persönlichen Lernweg: von Verletzung zu Verbundenheit, von Naivität zu Stärke. Ein leidenschaftlicher Appell für mehr Frauensolidarität, echte Offenheit und den Mut zur Unperfektheit.

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Frauensolidarität: Warum wir Mütter einander nicht (mehr) das Leben schwer machen sollten


Die Autorin Susanne Dietz schreibt in ihrem neuen Buch No MOM is perfect!: Der ehrliche Ratgeber, den ich mir vor dem Mutterwerden gewünscht hätte unter anderem über das Thema Frauensolidarität. Ich hab mir das Thema – eines unter vielen! – herausgepickt und darf euch hier meine kleine, feine Zusammenfassung präsentieren:

Es gibt einen berühmten Satz, den Madeleine Albright geprägt hat: „There is a special place in hell for women who don’t help other women.“ Als Susanne ihn das erste Mal hörte, nickte sie zustimmend. Als sie Mutter wurde, verstand sie ihn. Heute, viele Jahre und viele Erfahrungen später, spüre sie ihn tief in ihrem Herzen. Und sie fügt hinzu: Diese Hölle – sie ist nicht irgendwo weit weg, metaphysisch oder abstrakt. Sie ist hier. Mitten unter uns. In Aufzügen. In Krabbelgruppen. In Mütter-Cafés. Am Spielplatzzaun. Am Arbeitsplatz.

Ich schreibe diesen Beitrag nicht als Anklage, sondern als Einladung – an alle, die Mutter sind oder sich mit dem Gedanken tragen, es zu werden, an alle, die Frauen unterstützen wollen, und an mich selbst. Denn auch ich war nicht frei von Urteilen, nicht immun gegen Schadenfreude, nicht über allem erhaben. Aber ich habe gelernt. Und ich lerne noch.


Die Geschichte, die mich verändert hat

Susanne Dietz erzählt in ihrem Buch (zusammengefasst):

Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment: Ich schob meine kleine Tochter im Kinderwagen und stieg mit Einkäufen in den Aufzug. Dann kam sie: die hochschwangere Nachbarin. Sie stellte diesen einen Satz in den Raum, der mich bis heute beschäftigt: „So anstrengend sieht das gar nicht aus.“

Bämm.

Ein Satz, beiläufig dahingesagt, vielleicht aus Unsicherheit, vielleicht aus Ahnungslosigkeit – aber er traf mich. Weil ich wusste, wie anstrengend es wirklich war. Weil ich erschöpft war. Und verletzt. Und weil ich in diesem Moment gespürt habe: Hier ist kein Platz für Verständnis. Kein Raum für echte Solidarität. Und ja, ich war wütend. Auf sie. Auf mich. Auf uns Frauen.

Zwei Wochen später hörte ich ihr Baby schreien. Nachts. Immer wieder. Und ich gestehe: Ich empfand Genugtuung. Nicht Stolz, sondern kleine, giftige Genugtuung. Doch irgendwann änderte sich etwas. Ich sah sie, müde, erschöpft, mit Baby im Tragetuch – und plötzlich war sie mir nicht mehr fremd. Sie war ich. Eine andere Version meiner selbst, nur ein paar Monate zurückversetzt. Ich sprach sie an. Wir gingen spazieren. Und aus zwei Einzelkämpferinnen wurden Verbündete.

Das war der Beginn echter Frauensolidarität.


Zwischen Müttermythen und Mom-Bashing

Susanne dachte immer, der größte Druck käme von außen. Von der Gesellschaft, den Medien, alten Rollenbildern. Aber manchmal ist der größte Druck hausgemacht – von anderen Müttern. Von Frauen, die es „besser wissen“. Von Kommentaren, die als Ratschläge getarnt, aber eigentlich Nadelstiche sind:

Es sind nicht die Worte allein, es ist der Ton, der Blick, das Subtile.
Und es ist die Wirkung: Scham. Schuld. Selbstzweifel.

Susanne – und auch ich – haben das alles erlebt. Diese Blicke. Diese Fragen. Und ich war jedes Mal weniger Mutter und mehr Mensch mit schlechtem Gewissen. Erst als ich anfing, mich selbst anzunehmen – mit all meinen „Fehlern“ –, wurde ich souveräner. Heute weiß sie: Jede Mutter trifft ihre Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen. Und jede Mutter verdient Respekt – nicht Verurteilung.


Solidarität beginnt mit Ehrlichkeit

Warum sind wir Frauen so streng miteinander? Warum messen wir uns an Idealen, die keiner erreicht – nicht mal die, die sie predigen? Vielleicht, weil wir alle insgeheim Angst haben, zu versagen. Und weil wir denken, durch das Herabsetzen anderer könnten wir uns selbst stabilisieren. Aber das ist ein Trugschluss.

Wahre Stärke liegt in Offenheit.
In Ehrlichkeit.
In der Fähigkeit zu sagen: „Ich weiß es auch nicht besser. Aber ich bin da.“

Eine der tiefgreifendsten Erfahrungen ihres Mutterseins war die, dass sie nicht perfekt sein muss. Dass Perfektion distanziert – und Unperfektheit verbindet. Die wirklich wertvollen Gespräche hatte sie nie mit den „Supermoms“, sondern mit den ehrlichen, den müden, den weinenden. Den echten. Und sie wünscht sich, dass wir mehr davon erleben. Mehr echtes Zuhören. Mehr wohlwollende Fragen. Mehr Schulterklopfen statt Sticheln.


Beruflicher Rückhalt? Fehlanzeige.

Besonders bitter ist es, wenn Frauensolidarität auch im Berufsleben fehlt – und das ausgerechnet von anderen Müttern. Wie die Geschichte der jungen Mutter, die nach der Elternzeit von ihrer Chefin (selbst dreifache Mutter!) in ein achtwöchiges Projekt nach Südafrika geschickt werden sollte – und nach einem „Das geht nicht, ich stille noch“ nur ein kühles: „Ich hätte Sie motivierter eingeschätzt.“ erntete.
Das ist keine Führungskultur. Das ist emotionale Kälte. Und ein Paradebeispiel dafür, wie Frauen Frauen im Stich lassen.

Gerade jetzt – in Zeiten von Fachkräftemangel, Gender Pay Gap und immer noch ungleicher Chancenverteilung – sollten Frauen einander zur Seite stehen. Nicht mit falscher Rücksicht, sondern mit echtem Mitgefühl und realistischer Planung.


Was ich gelernt habe – und was ich weitergeben will

Susanne – und auch ich – haben viele dieser kleinen, bitteren Momente erlebt. Aber auch die anderen: die guten, verbindenden, heilenden. Und heute versuche ich, aktiv Frauensolidarität zu leben – im Kleinen wie im Großen. In Gesprächen. In Begegnungen. In Susannes Initiative buSINNess®MOM. Und in meinen Texten.

Denn wir glauben fest daran:

  • Solidarität beginnt bei dir selbst.
  • Versöhn dich mit deiner Unperfektheit – sie ist dein größter Schatz.
  • Sei die Frau, die du selbst gebraucht hättest.
  • Öffne Räume statt Urteile zu fällen.
  • Und: Jede blöde Frage verdient auch mal eine blöde Antwort.

Gerade Frauen machen es anderen Frauen oft schwer. Die Gründe sind mannigfaltig und gleichzeitig unerheblich. Der Schlüssel, dieses Gegeneinander zu beenden, ist: Offenheit. Geh selbst offen und ehrlich auf andere Frauen zu und sie werden dir – in den meisten Fällen – mit großer Herzlichkeit entgegentreten.

Mach du den ersten Schritt und eröffne den Raum für mehr Frauensolidarität. Denn auch das ist gewiss: Es gibt nirgends mehr Nähe und Verständnis als unter Frauen, wenn sie sich ehrlich und mit offenem Herzen begegnen.

Versöhne dich mit deiner eigenen Unperfektheit und betrachte genau diese Facetten mit Leichtigkeit und Humor als wertvolle Seiten deines Selbst. Das schafft eine klare und starke Haltung, die du nach außen auch ausstrahlst. Gleichermaßen erzeugst du Nähe. Denn Perfektion schafft Distanz.

Sei mutig und unperfekt! Das macht das Leben leichter und witziger – gerade und vor allem unter Frauen.

Susanne Dietz: No Mom is Perfect. Der ehrliche Ratgeber, den ich mir vor dem Mutterwerden gewünscht hätte. metropolitan Verlag, S. 2021

Fazit: Frauensolidarität ist keine Utopie

Wir alle tragen unsere Unsicherheiten, unsere Wunden, unsere Zweifel. Doch gerade deshalb sollten wir uns gegenseitig den Rücken stärken – nicht die Beine wegziehen. Frauensolidarität ist kein Luxus, sie ist Überlebensstrategie. Für Mütter. Für Frauen. Für uns alle.

Lasst uns aufhören, uns gegenseitig zu bewerten – und anfangen, uns zu begegnen.
Ehrlich. Offen. Mit Herz.

Denn es gibt keinen besseren Ort auf der Welt, als die Nähe einer anderen Frau, die sagt:
„Ich verstehe dich.“


Möchtest du diesen Gedanken mit anderen teilen? Oder hast du selbst Erfahrungen mit Frauensolidarität – positiver wie negativer Art? Dann schreib mir oder kommentiere. Ich freue mich auf den Austausch.


Buchtipp: No MOM is perfect!: Der ehrliche Ratgeber, den ich mir vor dem Mutterwerden gewünscht hätte

No Mom is perfect Cover

Jetzt mal ehrlich: Ein Kind läuft nicht einfach so mit. Deshalb ist Elternsein anstrengend und auch nicht immer erfüllend. Es wird Zeit, sich von zuckersüßen und pastellfarbenen Illusionen zu verabschieden und auch die Seiten der Mutterschaft zu thematisieren, über die niemand so gerne spricht.

Ja, es gibt sie, die Mütter, die kompromisslos in ihrem Mamasein aufgehen und dabei glücklich sind. Und es gibt auch die Mütter, die sechs Wochen nach der Geburt fokussiert wieder in den Job einsteigen. Doch dazwischen gibt es sehr, sehr viele Frauen, die weder noch sind. Mütter, die ihre Kinder und ihren Beruf gleichermaßen lieben und deren innere Zerrissenheit trotz aller Vereinbarkeitsrhetorik in kein Klischee passt.

Mütter, die eine Sehnsucht nach sich selbst haben und dieses Selbst zu einem großen Teil durch ihre bisher erreichten Ziele, Leistungen und Erfolge im Arbeitsleben definieren. Es geht darum, die neue Rolle als Mutter mit der der Projektmanagerin, der Teamleiterin, der Führungskraft, der Angestellten oder Unternehmerin in Einklang zu bringen. Das ist wahre Vereinbarkeit, nämlich „Vereinbarkeit mit sich selbst“.

In einem abwechslungsreichen Mix aus eigenen Erfahrungen und unterhaltsamen Anekdoten, erzählt Susanne Dietz von ihrer Identitätsentwicklung als berufstätige Mutter von drei Kindern. „Mutterwerden war ein Entwicklungsbooster für mich“, sagt sie und verheimlicht dabei nicht, wie sehr ihr ihre Arbeit und der Sinn gerade nach der ersten Geburt gefehlt haben. Sie plädiert für einen offenen und ehrlichen Umgang mit den eigenen Zweifeln und wünscht sich einen verständnisvollen Blick der Mütter auf sich selbst.

Aber Achtung! Dieses Buch ist nichts für dich, wenn …

  • du dich voll und ganz erfüllt in der Rolle als Mutter fühlst,
  • du nie an dir zweifelst,
  • du die Elternzeit als „Erlösung“ von deinem Job siehst,
  • das Muttersein für dich wie Urlaub ist,
  • das Leben sich anfühlt wie in einer Fernsehwerbung für Babybrei,
  • du am liebsten den ganzen Tag mit deinem Kind verbringst,
  • du alles immer perfekt hinbekommst.

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