„Kaum zieht ein Gewitter auf, fangen die Wehen an!“ – Diesen Satz hört man in vielen Kreißsälen. Viele Hebammen berichten, dass sich bei Gewitter oder starkem Wetterwechsel mehr Babys ankündigen. Doch stimmt das wirklich? Kann das Wetter die Geburt beeinflussen – oder handelt es sich um einen weitverbreiteten Mythos?
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Inhaltsverzeichnis

Wenn der Himmel tobt – beginnt das Leben? Unsere Geschichte
Mein zweites Kind kam in einer absoluten Gewitternacht zur Welt. Die Kreißsäle waren alle voll. Laut den Hebammen, die mich empfangen haben: typisch für eine Gewitternacht. Also wurde ich im CTG-Raum empfangen. Erst als es klar war, dass es richtig flott voranging, kam ich in den Kreißsaal. Den hab ich dann auch nicht lange belegt, denn das zweite Kind war echt flott.
Meine Geburtsberichte:
- Jede Geburt ist einzigartig: Spontangeburt mit Sternengucker
- Jede Geburt ist einzigartig: Beckenendlage und Äußere Wendung
Hebammen-Erfahrung: „Bei schwülem Wetter geht’s oft los“
Viele Hebammen berichten, dass sich bei drückender Hitze oder Wetterumschwüngen vermehrt Geburten ankündigen.
Die Erklärung: Der Körper der Schwangeren ist durch die Hitze ohnehin belastet, Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt sind verändert – ein Luftdruckabfall könnte das System zusätzlich „anstupsen“.
Rein physiologisch wäre das also denkbar, auch wenn die Effekte individuell sehr unterschiedlich sind.
Wissenschaftlich geprüft: Gibt es mehr Geburten bei Gewitter?
Tatsächlich haben einige Studien untersucht, ob Luftdruckveränderungen mit dem Geburtsbeginn zusammenhängen.
Die Ergebnisse sind spannend – aber nicht eindeutig:
- Luftdruckabfall vor Gewittern:
In mehreren internationalen Studien (u. a. aus Japan und den USA) wurde beobachtet, dass bei einem deutlichen Druckabfall etwas mehr spontane Geburten auftraten. - Fruchtblasenriss:
Einige Forscher vermuten, dass der Druckunterschied die Spannung der Fruchtblase beeinflussen könnte – besonders bei Frauen, die kurz vor dem Entbindungstermin stehen. - Extreme Wetterereignisse:
Bei Taifunen oder Hurrikans zeigten sich in manchen Regionen tatsächlich spürbare Anstiege der Geburtenrate – allerdings unter sehr speziellen Bedingungen.
Insgesamt lässt sich sagen: Ein Zusammenhang ist möglich, aber nicht stark genug, um als gesichert zu gelten.
Warum der Mythos so lebendig bleibt
Wenn bei Gewitter mehrere Geburten gleichzeitig stattfinden, bleibt das im Gedächtnis – ruhige Gewitternächte dagegen vergisst man schnell. Diese sogenannte selektive Wahrnehmung führt dazu, dass der Eindruck entsteht, es gäbe ein klares Muster.
Hinzu kommt: Gewitter sind emotional aufgeladen, sie symbolisieren Spannung, Energie und Neubeginn – genau wie eine Geburt.
Fazit: Ein Gewitter kann vieles bewegen
Ob es tatsächlich mehr Geburten bei Gewitter gibt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Ein leichter Einfluss durch Luftdruckveränderungen ist möglich, aber kein Naturgesetz.
Dennoch bleibt der Gedanke faszinierend: Manchmal scheint es, als ob sich Natur und Leben im Einklang bewegen – und ein Donner vielleicht tatsächlich den Startschuss für ein neues Leben gibt.
Kurz gesagt:
- Mythos mit Körnchen Wahrheit: Gewitter könnten bei empfindlichen Frauen den Geburtsbeginn begünstigen.
- Aber: Kein eindeutiger wissenschaftlicher Beweis.
- Schön zu glauben: Manchmal braucht ein Baby vielleicht nur den richtigen Donner, um zu sagen: „Jetzt komme ich!“
Und vielleicht stimmt es ja auch: Wie die Geburt, so das Kind?
Und gleich noch ein Mythos – oder nicht: Mehr Geburten bei Vollmond? Mythos – oder doch mehr?
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