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Brauchen Kinder Fleisch? Fünf Mythen über vegetarische Ernährung

Brauchen Kinder Fleisch? Fünf Mythen über vegetarische Ernährung

Ich bin seit einigen Jahren Vegetarierin. Mittlerweile ekle ich mich vor Fleisch, will es auch gar nicht mehr anfassen. Und wie ein wiederkehrendes Mantra krieg ich immer wieder zu hören: „Und wie machst du das mit deinen Kindern? KOCHST DU DOPPELT?“
Nein, mach ich nicht!
Würde mir im Traum nicht einfallen!


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Birgit und Christine von Muttis Nähkästchen

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Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Ernährung von Kindern: 5 Mythen über die Wichtigkeit von Fleisch


Nein, ich koche NICHT doppelt.

Und nein, ich bin keine militante Vegetarierin.

Es war eine Entscheidung für mich selbst. Ich will Fleisch schlichtweg nicht mehr kaufen oder zubereiten. Es geht einfach nicht mehr. Ich finde das auch nicht egoistisch – es ist authentisch. Hormone und Medikamente in der Tierzucht, unvorstellbare Zustände bei der Massentierhaltung und lange Tiertransporte … und dann dieses Geschrei im Schlachthof. Außerdem: Ich selbst könnte kein Tier töten – wie kann ich es dann essen? Ich kann es nicht mehr – das passierte von einem Tag auf den anderen.

Jeder soll sich so ernähren, wie er/sie will!

Auch meine Kinder haben die Wahl: wir essen oft genug auswärts, die Kids essen an mehreren Tagen in der Woche im Hort – da kommen sie sicher nicht zu kurz in Sachen Fleisch oder nicht, sie haben tatsächlich eine Wahl. Auch die Schwiegermutter fühlt sich immer wieder berufen, meine Jungs (den Großen und die Kleinen) mit Fleisch zu versorgen. Das ist OK! Aber ich würde umgekehrt meine Kinder jedoch nie zwingen, Fleisch zu essen!

… und – Hallo?
Warum muss ich mich eigentlich dafür rechtfertigen, wie ich meine Kinder verköstige?

Es heißt, wenn man Kinder vegetarisch ernährt, gehört eine Portion Wissen über Ernährung dazu. (Ja, tatsächlich, manche Stellen billigen einen die vegetarische Ernährung durchaus zu – während andere es schlichtweg verteufeln und den dazugehörigen Eltern jede einzelne Hirnwindung absprechen.) Weil Nährstoffe, Vitamine usw. Ich wage zu behaupten, dass sich wohl kaum eine andere Bevölkerungsgruppe derart intensiv – gezwungenermaßen! – mit dem Thema Ernährung auseinander setzt. Und dennoch kursieren einige Mythen:


5 Mythen über die Wichtigkeit von Fleisch

Mythos #1 Eisenmangel

Ja, ja, der Spinat und seine berühmte Kommastelle, wir wissen das. Aber wusstet ihr auch, dass man mit einem gepflegten Gläschen Milch jegliche Eisenaufnahme hemmen kann – da kann noch so viel Eisen im Fleisch drinnen sein (ist es das überhaupt?): für die Katz! Ein kräftiger Schuss Sahne oder dergleichen hat ähnliche Auswirkungen. Mahlzeit!
Es kommt also nicht nur bei Veggies auf die Kombi an: Pflanzliches wie tierisches Eisen z.B. aus Getreideprodukten kann der Körper am besten in Zusammenhang mit Vitamin C verwerten – also am besten ein Gläschen Orangensaft dazu oder mit Früchten kombinieren.


Mythos #2 Eiweißmangel

Auch hier kommt es ganz auf die Kombi an: Ei, Milch- und Sojaprodukte sowie Hülsenfrüchte sind einwandfreie Eiweißlieferanten. Mineral- und Ballaststoffe, Eisen und B-Vitamine gibt es als Draufgabe – wer da noch meckert, hat keinen Tau …
Und ja, ich nutze mit Hingabe Sojagranulat! Damit hab ich schon ein Chili sin Carne hingezaubert, das selbst den eingefleischtesten Fleischessern bestens geschmeckt hat. (Und sie haben noch nicht mal gemerkt, dass da gar kein Fleisch drinnen ist!)


Mythos #3 Vitaminmangel

Vegetarier haben im Normalfall keine Vitaminmängel – klaro, denn wer kein Fleisch isst, greift eher zu Obst und Gemüse. Problematisch sind einzig und allein die sogenannten „Puddingvegetarier“ – wo die Ernährung nur aus kohlehydratreichem Junkfood besteht. Aber da sind sicher auch Fleischesser potenziell gefährdet …


Mythos #4 Gehirnentwicklung

Eine britische Studie fand heraus, dass Menschen, die sich schon früh vegetarisch ernährten, einen erhöhten IQ besitzen.

Wissenschaftler der englischen University of Southampton befragten vor einigen Jahren 8170 Frauen und Männer, die 1970 in Großbritannien zur Welt kamen und im Alter von zehn Jahren einen IQ-Test absolvierten. 20 Jahre später stellte sich heraus: Alle Befragten, die auch als Erwachsene auf Fleisch verzichteten, gehörten zur Gruppe derjenigen, die beim frühen IQ-Test ganz vorne gelegen hatten. Das klingt nicht nach Mangelerscheinungen!


Mythos #5 abwechslungsreiche Ernährung

Ich möchte nicht wissen, welchen Schrott Fleischesser teilweise ihren Kindern vorsetzen. Ob das nicht manchmal deutlich fahrlässiger ist? Ich möchte sogar soweit gehen zu behaupten, dass sich Veggies mit Sicherheit deutlich mehr Gedanken über Ernährung machen als Nicht-Vegetarier.


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Noch ein Wort zum Thema Soja

Uns Vegetariern wird gut und gerne die Umweltproblematik, die mit der übermäßigen Sojaproduktion einhergeht, in die Schuhe geschoben. Aber wusstet ihr, dass der weitaus überwiegende Teil Soja nicht von Vegetariern sondern von Nutztieren gefressen wird – welche dann wiederum auf den Tellern der Fleischesser landen? So schaut’s aus!

Einige Veggie-Rezepte hab ich hier für euch gesammelt: Kochen für Kinder


Buchempfehlungen:

Das beste Kochbuch ever:

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Birgit

Hier plaudert Birgit, alias Mutti, 40+, seit 2009 aus dem Nähkästchen: Authentizitäts-Freak, selbstbewusst grauhaarig, kreativ angehaucht, völlig unperfekte Mutter. Familienblog aus dem Leben mit zwei Jungs - Mutter allein unter Männern. Mehr über Muttis Nähkästchen: About. Nix verpassen? Folgt mir via Social Media oder Newsletter.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Den Artikel kann ich so was von unterschreiben! Wir leben zwar nicht streng vegetarisch, ab und zu gib’ts mal was auf den Grill, aber ansonsten koche ich nicht mit Fleisch und ich habe auch nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas feheln würde!!

  2. Wie toll!

    Vielen Dank für diesen Blogeintrag von dem ich jeden Satz unterschreiben kann.

    Ich wurde mit nur acht Jahren Vegetarierin, weil ich keine Tiere mehr essen wollte. Heute bin ich 32 und lebe seit über vier Jahren (abwechslungsreich und gesund) vegan. Mir geht es prima und ich bin glücklich mich für ein tierleidfreies Leben entschieden zu haben!

    Sonnengrüße aus München und noch einmal: DANKESCHÖN <3
    Claudi

  3. Etwas weniger abfällig wäre schöner. Ich verstehe die Frustration absolut! Aber wenn wirklich jeder die Wahl haben soll dann auch Menschen die Fleisch essen. Zum Thema Tierwohl fehlt mir auch das Thema Bio. Wobei ich natürlich sehe das es in dem Artikel nicht um Vollständigkeit geht. Weiterhin viel Kraft für Ihren Weg!

  4. Interessanter Beitrag. Sicherlich bekommt man sein Kind auch mit vegetarischer Kost groß und stark, aber man muss sich da schon auskennen. Mit einer Portion Hühnerbrust und Gemüse hat man viel leichter seinem Kind alle nötigen Nährstoffe gegeben.

    Die Hormone und Medikamente in der Tierzucht, unvorstellbare Zustände bei der Massentierhaltung und lange Tiertransporte, die oben erwähnt werden, nimmt man ebenfalls zu sich bzw. unterstützt man selbst dann, wenn man kein Fleisch isst, aber dafür Milchprodukte (Käse, Milch, Sahne etc.) und Eier. Wenn man hier ethische Gründe aufführt, dann sollte man aber konsequenter weise grundsätzlich auf tierische Produkte verzichten. Oft höre ich, „Wenigstens werden die Tiere nicht getötet!“, aber bei den Qualen, die die Tiere zu erleiden haben, ist der Tod eher als Erlösung anzusehen.

    Meine Kinder werden auch fleischlos ernährt (geht von der Mutter aus). Ich habe da erst mal nichts einzuwenden, aber mir ist irgendwann aufgefallen, dass mein Sohn im Vergleich zu seinen Altersgenossen kleiner ist. Nicht viel, aber erkennbar kleiner. Vielleicht bilde ich es mir ein. Grundsätzlich bin ich dafür, dass jeder selbst entscheiden sollte, ob er Fleisch essen möchte oder nicht. Dazu zählen auch Kinder. Sie sollten zuerst alles kennen lernen, was es zu essen gibt und sich, wenn sie dann in der Lage sind, selbst entscheiden, was und wie sich ernähren möchten. Ansonsten zwingt man seine Überzeugungen seinem Kind auf.

    Wie seht Ihr das?

  5. Hach, da geht einem das Herz auf! Das alles hätte auch gut und gerne ich selbst schreiben können (mit der gleichen Hingabe!)!
    Viele tun gerad so als ob man sein Kind durch Fleischentzug foltert, stopfen ihrem Nachwuchs aber den ungesündesten Sch…. rein, in Form von Süßigkeiten und Softdrinks.
    Aber Vegetariern wir quasi zur Auflage gemacht, sich doch bloß genauestens mit der Ernährung auseinanderzusetzen. Völliger Irrsinn.
    Meine Tochter plädiert übrigens dafür, dass ein Denkwechsel stattfindet bei Süßigkeiten: es sollten nicht die Sachen mit „gelatinefrei“ oder „veggie“ markiert sein, sondern die, die Gelatine enthalten. Lecker Gummibärchen mit Schweinegelatine! Na, wer greift da nicht gerne zu? ;)

    1. Liebe Stefanie!
      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Die Gelatine-Kennzeichnung fände ich auch prima!
      LG Birgit

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