Drei Länder, viele Wolken – und jede Menge Abenteuer. Manchmal sind die schönsten Reisen jene, bei denen nicht alles nach Plan läuft. Unser kleiner Roadtrip durch Slowenien, Italien und Kroatien war genau so einer: spontan, wetterabhängig, immer ein bisschen improvisiert – und gerade deshalb unvergesslich.
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Inhaltsverzeichnis
- Über die Auswahl der Reiseziele
- Über den Predil-Pass ins Soča-Tal
- Gorizia & Nova Gorica: eine Stadt, zwei Welten
- Triest: Geschichte und ein Sonnenuntergang über dem Meer
- Die „betrunkene Eisenbahn“: Regen, wilde Schienen und ein bisschen Abenteuer
- Lovran: Charme trotz Regen
- Zwischenstopp in Senj: Wind, Felsen und Geschichte
- Nationalpark Plitvicer Seen: Traum in Türkis
- Fazit: Wenn das Wetter die Route schreibt
- Was wir alles versäumt haben + Buchtipp
- Unsere Herbst-Reisen der vergangenen Jahre

Über die Auswahl der Reiseziele
Die Herbstferien standen an. Und damit die Frage: wohin?
Diesmal entschieden wir uns für den Süden, den ich im Hochsommer nicht so mag – viiiiiel zu heiß! Aber der Herbst bietet hier eine wundervolle Gelegenheit, die Städte und Orte entspannt zu entdecken. Einzige Einschränkung: es wird echt früh dunkel! Für Langschläfer, wie wir es sind, bedeutete das: ausnahmsweise mal früher raus aus den Federn.
Ich liebe es, durch Google Maps zu stöbern und Bilder zu betrachten. So entdeckt man auf digitalem Weg so manche Kuriosität. Wir legen eigentlich immer eine persönliche Map an, auf der alle Familienmitglieder jene Ziele markieren können, die sie interessieren. Und dann kommt der Wetterbericht ins Spiel … So haben wir bei unserem Roadtrip das nächste Ziel unseres Roadtrips sehr kurzfristig und flexibel gewählt. In der Nebensaison ist das sehr gut möglich, da Unterkünfte nicht ausgebucht waren.
Über den Predil-Pass ins Soča-Tal


Gestartet sind wir in Richtung Italien und dann gleich weiter nach Slowenien, über den Predil-Pass, der sich mit seinen Serpentinen spektakulär durch die Julischen Alpen windet. Oben, auf knapp 1.150 Metern, grüßte schon der Schnee von den Bergen – unten im Soča-Tal dann türkisgrünes Wasser und bunten Farben des Herbstes.
Gorizia & Nova Gorica: eine Stadt, zwei Welten





Auf slowenischer Seite erreichten wir Nova Gorica – und mit wenigen Schritten stand man plötzlich in Gorizia, also Italien. Zwei Städte, zwei Länder, eine geteilte Geschichte. Früher verlief hier der Eiserne Vorhang, heute geht man einfach durch einen Stadtpark – von slowenischem Espresso zu italienischem Gelato.
Leider waren wir montags in der Stadt – da schienen alle Gehsteige hochgeklappt … für eine Pizza mussten wir wieder rüber nach Slowenien. Und das bedeutet ein ganzes Stück zu gehen. Die Dimensionen dieser Stadt hab ich definitiv unterschätzt.
Über der Stadt, hoch am Berg, prangt ein mysteriöser Schriftzug, der Richtung Italien blickt. Ist das eine Jahreszahl? Oder heißt das etwa — TITO? Was meint ihr?
Triest: Geschichte und ein Sonnenuntergang über dem Meer






Von dort führte uns die Straße ans Meer, nach Triest, der vielleicht europäischsten aller italienischen Städte. Zwischen österreichischer Grandezza und mediterraner Gelassenheit fühlt man sich hier sofort willkommen.
Wir haben in einem Einkaufszentrum am Ende der V.le Venti Settembre und spazierten rein Richtung Altstadt. Zuerst erklommen wir den Park der Erinnerungen (Parco della Rimembranza). Dort gibt es das Castello die San Giusto und die Cattedrale die San Giusto (Kathedrale von Triest) und einen mega Ausblick auf die Stadt Richtung Meer. Anschließend ging’s wieder runter durch kleine Gässchen. Wir schlenderten über die Piazza Unità d’Italia und ließen uns durch die Altstadt treiben. Ein Foto mit Maria Theresia ist als Österreicher natürlich Teil des Pflichtprogramms.




Am späten Nachmittag fuhren wir hinauf zur großen, modernen Wallfahrtskirche Monte Grisa, die auf einem Hügel über der Stadt thront. Von dort oben öffnet sich der Blick weit über Triest und die Adria – genau im richtigen Moment, als die Sonne langsam im Dunst des Meeres versank.
Ein goldener Himmel über weißen Fassaden – Triest verabschiedete uns mit einem perfekten Sonnenuntergang.
Die „betrunkene Eisenbahn“: Regen, wilde Schienen und ein bisschen Abenteuer
Bist du sicher, dass wir hier gehen können?, fragte Herr Sohn.
Ja, war ich überzeugt.
Und was, wenn ein Zug kommt?!?
Da kommt kein Zug!
Warum bist du da so sicher??
Darum:





Am nächsten Tag ging’s weiter nach Kroatien, über kleine Landstraßen und immer wieder begleitet von wechselhaftem Wetter. Unser Ziel: die „betrunkene Eisenbahn“.
Die „betrunkene Eisenbahn“ (Pijana pruga) ist eine stillgelegte Eisenbahnstrecke in Istrien, die durch Geländeeinbrüche verbogene Gleise aufweist. Diese Einbrüche und die damit verbundenen Verwerfungen gaben ihr den Namen. Sie wurde zwischen 1948 und 1951 für den Kohletransport gebaut und ist seit 2009 außer Betrieb. Heute ist sie ein beliebtes Wander- und Fotomotiv, insbesondere der Abschnitt bei Kožljak. An manchen Stellen hängen die Gleise förmlich in der Luft, sodass man die Schienen mit etwas Verrenkung auch von unten betrachten kann.
Kaum angekommen, öffnete der Himmel seine Schleusen – und es regnete, als wollte er das Gelände eigenhändig freispülen. Wir waren klatschnass, aber fasziniert. Besonders eindrucksvoll war eine Stelle, an der die Schienen durch einen Erdrutsch verbogen wurden – ein seltsamer, fast surrealer Anblick inmitten der grünen Hügel.
Der interessanteste Abschnitt der Pijana pruga liegt zwischen den beiden Kirchlein Crkva sv. Kvirin (Church of St. Quirinus) und Crkva Svetoga Križa (Church of the Holy Cross). Dort kann man auch gut parken und dann zu Fuß über die Gleise zur Verwerfung spazieren. Wir sind von letzterer gestartet. Dauer der kleinen Wanderung: halbe Stunde bis Stunde.
Auch die Burg Waxenstein (Kožljak Castle) wäre auf unserer To-do-Liste gestanden. Allerdings waren wir bereits dermaßen durchweicht und durchnässt, dass wir schnell den Weg zum nächsten Ziel suchten.
Lovran: Charme trotz Regen






Am Abend erreichten wir Lovran, ein kleines Küstenstädtchen an der Kvarner Bucht. Der Regen begleitete uns auch hier, aber das machte nichts – Lovran hat auch im Grau seinen Reiz.
Die schmale Altstadt mit ihren steinernen Gassen, die Palmen an der Promenade und das Rauschen der Wellen – alles wirkte ein bisschen melancholisch, aber wunderschön. Wir spazierten ein Stück entlang des Lungomare, des alten Küstenwegs direkt am Meer Richtung Opatija.
Übernachtet haben wir im Hotel Villa Eugenia – mit einem unschlagbar günstigem Preis für Übernachtung und Frühstück. Und das Frühstücksbuffet war eine echte Sensation! Ein Glücksgriff!
Zwischenstopp in Senj: Wind, Felsen und Geschichte






Am nächsten Tag riss das Wetter endlich auf, und die Küstenstraße zeigte sich von ihrer schönsten Seite. In Senj legten wir einen spontanen Halt ein. Die Festung Nehaj thront hier über der Stadt, und der Wind pfeift einem um die Ohren, dass man fast meint, er wolle die Geschichte des Ortes selbst erzählen.
Senj ist rau, ehrlich und echt – kein Hochglanz-Kroatien, sondern Küste pur.
Nationalpark Plitvicer Seen: Traum in Türkis






Unser letztes Ziel waren die legendären Plitvicer Seen, eines der bekanntesten Naturwunder Kroatiens. Über 16 Seen, verbunden durch unzählige Wasserfälle und Holzstege – das ganze Szenario wirkt wie aus einer anderen Welt.
Wir übernachteten im Hotel Jezero, das direkt im Nationalpark liegt, am Eingang 2 – ideal, um frühmorgens loszuziehen, bevor die Besucherströme kommen. Das Haus selbst hat allerdings schon bessere Tage gesehen: ein bisschen 80er-Jahre-Charme, funktional, aber in die Jahre gekommen. Dafür war die Lage unschlagbar.
Fazit: Wenn das Wetter die Route schreibt
Was als kurzer Wochenendtrip begann, wurde zu einer kleinen Reise durch drei Länder. Wir haben gelernt, dass man mit Regen, Sonne, Wind und Wolken wunderbar reisen kann – solange man offen bleibt und die Route einfach dem Wetter anpasst.
Von den Alpen über das Meer bis zu den Wasserfällen der Plitvicer Seen – Slowenien, Italien und Kroatien haben uns gezeigt, dass selbst graue Tage leuchten können, wenn man sie mit Neugier erlebt.
Was wir alles versäumt haben + Buchtipp
Gerade Kroatien ist für Fans von Lost Places ein richtiger Place to be! Sehr gerne hätten wir noch viel mehr von diesen wunderbaren Ländern gesehen – alleine die Zeit schickte uns wieder nach Hause.
Bei Görtz hätte auch noch der Soča Fun Park oder die Solkanbrücke mit dem höchsten Steinbogen der Welt oder natürlich die Gastronomie gelockt. Generell hätten wir viel mehr Zeit im Soča Tal verbringen können …
Rund um Triest gäbe es noch etliche Grotten und Höhlen zu entdecken, zum Beispiel die Grotta Gigante oder die Caverna di Ternovizza.
Istrien hätte mit dem Limski Fjord, Rovinj, Pula und vielen, vielen Lost Places noch viel mehr zu bieten gehabt. Aber leider hing dort der Regen rum …
Auf Krk gäb’s die engste Straße der Welt zu entdecken. In der Zavratnica Bucht liegt ein versunkenes Schiff mit freiem Auge sehr gut sichtbar auf Grund.
Am Rückweg Richtung Zagreb hätte noch DER Lost Place schlechthin gelegen: das Denkmal des Aufstandes der Einwohner von Kordun und Banja (auch Denkmal von Petrova Gora genannt). Das Denkmal wurde im Jahr 1981 fertiggestellt und verfällt seit den 1990er-Jahren zunehmend.

Buchtipp für alle Fans von Lost Places: Lost Places in Kroatien
Wer sich von Istrien bis Dalmatien, auf den vorgelagerten Inseln und an der Küste abseits touristischer Pfade bewegt, kann sie finden – Lost Places, Relikte der Vergangenheit, die große Geschichten erzählen. Bahnstrecken ohne Anschluss, Partisanengedenkstätten und Nazi-Bunker, Industriedenkmäler und Filmschauplätze, Luxushotels und Gefängnisinseln. Georg Lux und Helmuth Weichselbraun lassen die Herzen von Winnetou- und Ex-Jugoslawien-Fans höher schlagen: Augenzwinkernd und mit Tiefgang erzählen sie von verlassenen Orten, über denen oft noch der Geist Josip Broz Titos schwebt.
Unsere Herbst-Reisen der vergangenen Jahre
- Cinque Terre und Pisa mit Familie: Tipps & Ausflüge
- Mallorca mit Kindern: Teenie-taugliche Ausflüge und Aktivitäten
- Barcelona mit Teenagern: Ausflüge und Aktivitäten mit Wow-Effekt
- Rom mit Kindern: überraschende Kuriositäten und Wow-Momente
- Wien mit Teenager: 11 Tipps für einen Städtetrip ohne Augenrollen
Die Welt mit Familie entdecken
- Norwegen mit Familie im Leih-Wohnwagen

- Herbstlicher Familien-Roadtrip durch Slowenien, Italien & Kroatien

- Edinburgh und Umgebung mit Kindern: Outlander-Feeling und historische Kulissen

- Familien-Roadtrip durch Ost-Kanada: Reiseroute, Aktivitäten & Kosten

- Bretagne mit Familie: Wow-Momente mit Kids & Teens

- Cinque Terre und Pisa mit Familie: Tipps & Ausflüge

- Familien-Radtouren: Mit Fahrrad und Zug in den Alpen

- Mallorca mit Kindern: Teenie-taugliche Ausflüge und Aktivitäten

- Budapest – ein Wochenende Mama-Auszeit

- Lost Places entdecken: Ausflugsziele mit besonderem Nervenkitzel

- Berlin & Umgebung mit Teenagern: Aktivitäten ohne Augenrollen

- Thüringen mit Kind: Familientaugliche Ausflüge und Aktivitäten

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- Island mit Kind: Familien-Roadtrip entlang Islands Ringstraße

- Island mit Kind: Tagesausflüge ab Reykjavík

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- Gardasee mit Kind: Tipps und Ausflüge

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- Waldviertel mit Kind: Unterwegs im Land der Sonne und der Steine

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Städtetrips mit Familie
- London mit Kindern: 7 Tipps einer Großfamilie

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